Der Stern Artikel vom 15. November 2004 Thema: Falludscha - "Nur ein toter Mudschahedin ist ein guter Mudschahedin" von Michael Georgy und Reuters
In dem Beitrag kommt bekommt der Leser folgendes zu lesen:
Berge von Leichen, eine Stadt, die völlig tot zu sein scheint: Bei der US-Offensive in Falludscha haben Luftangriffe, Panzerfeuer und Artilleriebeschuss die irakische Stadt in eine Trümmerwüste verwandelt.
Eine Fahrt durch Falludscha offenbart ein Bild der Verwüstung: Zahlreiche Gebäude, darunter auch Moscheen, sind dem Erdboden gleich gemacht worden, in den Trümmern liegen zerfetzte Leichen, Verwesungsgeruch zieht durch die Straßen. Die US-Armee hat Falludscha nach eigenen Angaben unter Kontrolle, dennoch gab es auch am Montag weiter Gefechte mit Rebellen, die aus ihrer Hochburg heraus monatelang zum Sturz der irakischen Übergangsregierung und der Vertreibung der US-Truppen aufgerufen hatten. US- und irakische Soldaten haben nach eigenen Angaben in der Stadt mehr als 1000 Aufständische getötet.
"Nur ein toter Mudschahedin ist ein guter Mudschahedin", sagt ein US-Soldat, während er mit seinem Armeefahrzeug an den Leichen vorbeifährt. Einige sind so zerfetzt, dass sich unmöglich sagen lässt, ob es sich um Rebellen oder Zivilisten handelt. Der Stadtteil Dscholan gleicht einer Geisterstadt. Verlassen sind die Rummelplätze, über die früher Eltern mit ihren Kindern bummelten. (…) Das einzige, was zu hören ist, ist das laute Dröhnen der schweren US-Panzer, die durch die Stadt rattern. Unter dem Gewicht der 70 Tonnen schweren "Abrams"-Panzer platzen die Gehsteige auf. Auf beiden Seiten der Straßen liegen Häuser in Schutt und Asche. Andere Gebäude sehen aus, als seien sie schon vor Jahren verlassen worden. Ein verrußtes Schild weist auf ein Restaurant hin, in das es heute keine Gäste mehr zieht. Die Stadt scheint völlig tot zu sein, wären da nicht die beiden Iraker, die zwischen den Trümmern verzweifelt nach ihren Habseligkeiten suchen.
Interessante Aussagen, nicht wahr?