Der Stern Meldung vom 07. September 2004 Thema: Tschetschenien - Russlands dreckiger Krieg von Andreas Albes und Galina Klimowa

 

 In dem Beitrag kommt bekommt der Leser unter anderem Folgendes zu lesen:

 

Wenn kein Geiseldrama die Welt er schüttert, interessiert sich kaum jemand dafür, was in Tschetschenien passiert. Das Land im Kaukasus ist etwa so groß wie Thüringen. Eine Million Menschen lebte dort, bevor der letzte Krieg begann. Mehr als 100000 Zivilisten sind seitdem getötet worden.

 

Menschenrechtsorganisationen prangern das Auftreten der russischen Soldaten an. Ihre Säuberungsaktionen sind brutal und wahllos. In Assinowskaja wurden im Juni drei Brüder, 20, 19 und 15 Jahre alt, mit Panzerwagen von zu Hause abgeholt, berichtet die Korrespondentin der "Nowaja Gazeta". Sie blieben verschwunden. Der Vater starb aus Kummer, die Mutter ist seitdem geistig verwirrt. Einen 16-Jährigen aus Grosny verhafteten Milizionäre. Als seine Klassenkameraden vor der Polizeistation dagegen demonstrierten, wurden sie bedroht. In dem Dorf Prigorodnoje wurde ein 18-Jähriger verschleppt und nach einer Woche wieder freigelassen, nachdem die Familie 3000 Dollar Lösegeld bezahlt hatte. "Sie haben mich gefoltert, bis ich kurz davor war, meinen Bruder als Rebellen anzuschwärzen", sagte er nach seiner Rückkehr.

 

In den Lagern der russischen Armee ist es an der Tagesordnung, Gefangene zu misshandeln. Eine Frau berichtete, dass sie zwölf Tage in einer Grube sitzend verbringen musste, bei bitterer Kälte und völlig durchnässt. Soldaten legten ihr Kabel an die Finger und setzten sie unter Strom. "Kinderhandschuhe", nannten sie das.

 

 Interessante Aussagen, nicht wahr?