PANORAMA Nr. 631 vom 11.9.2003 Thema: Terror, Chaos, Anarchie - Die schöne neue Welt des George W. Bush von Jochen Graebert

 

 

 In dem Beitrag kommt bekommt der Leser folgendes zu lesen:

 

Nichts wird mehr sein, wie es mal war –   d e r   Satz nach dem 11. September. Während sich unsereins damals gedanklich von der sicheren westlichen Welt verabschiedete, dachte der amerikanische Präsident schon ein gutes Stück weiter. Er wollte nach den Anschlägen Frieden, Freiheit, Wohlstand und Demokratie über die Welt bringen, damit sich ein

11. September nie mehr wiederholen würde. Gut, dafür waren nach seiner Logik zwei Kriege vonnöten, weitere in Planung – aber alles für das Große, Gute, Ganze. Doch die bittere Realität, heute, am zweiten Jahrestag, ist eine andere. Tatsächlich – nichts ist mehr, wie es war.

 

Jochen Graebert über die schöne neue Welt des George W. Bush.

 

Kommentar:

Er hatte eine Vision, schon vor dem 11. September und erst recht danach: US-Präsident George W. Bush. Eine neue Welt wollte er schaffen, besser sollte sie sein und sicher. Dafür, so Bush, habe er Krieg geführt, zuerst gegen Afghanistan.

 

0-Töne George W. Bush: (Übersetzung) (7. Dezember 2002) “Unsere Entschlossenheit gibt anderen Kraft.”

 

“Unser Mut gibt anderen Hoffnung.”

 

“Unser Handeln führt zum Frieden in einer besseren Welt.”

 

“Gott segne Amerika.”

 

Kommentar:

Den Völkern seiner Kriegsgegner versprach Bush eine blühende Zukunft. Beispiel Afghanistan.

 

0-Töne George W. Bush: (11. Oktober 2002) “Wir helfen Afghanistan eine Demokratie aufzubauen und für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.”

 

Kommentar:

Die Wirklichkeit:

Noch immer tobt in Afghanistan der Krieg gegen al Quaida. Noch immer jagen US-Soldaten Osama bin Laden. Warlords beherrschen weite Teile des Landes. Afghanistan versinkt in Chaos und Anarchie.

 

Der nächste Waffengang, dieselbe Vision, der gleiche Jubel: Ausgerechnet im Irak sollte nun die schöne neue Welt des Präsidenten entstehen – nach amerikanischen Vorbild, versteht sind. Frieden, Wohlstand und Demokratie – alles wie auf Knopfdruck und nicht nur im Irak.

 

0-Ton George W. Bush: (Übersetzung) (26.2.2003) “Für andere Länder in dieser Region wird eine neue irakische Regierung als großartiges und inspirierendes Vorbild dienen.”   

 

Kommentar:

Die Wirklichkeit:

Terror im Irak. Allein hier, in Nadschaf, 86 Tote. Bagdad: Eine Autobombe kostet 23 UNO-Mitarbeitern das Leben. Anschlag auf die jordanische Botschaft. Und fast täglich tödliche Angriffe auf US-Soldaten.

 

0-Ton George W. Bush: (Übersetzung) (26.2.2003) “Der Erfolg im Irak kann einen neuen Friedensprozess im Nahen Osten auslösen, bis hin zu einem wirklich demokratischen Palästinenser-Staat.”

 

Kommentar:

Die Wirklichkeit:

Selbstmord-Attentat in Jerusalem, eines von vielen. Über 100 Tote im Nahen Osten allein in den vergangenen drei Monaten. Ein israelischer Raketenanschlag, wieder einer von vielen. Und neue Selbstmordkandidaten, die auf den letzten Befehl warten. Es herrscht Krieg in Israel und Palästina.

 

0-Ton George W. Bush: (Übersetzung) (12. September 2002) “Das befreite irakische Volk kann eines Tages mit den Demokratien in Afghanistan und Palästina für Reformen in der islamischen Welt worden und eine neue Zukunft aufbauen.”

 

Kommentar:

Die Wirklichkeit:

Casablanca, drei Sprengstoffanschläge in einer Nacht. Riad, Bomben explodieren in Wohnhäusern. Mombasa, Anschlag auf ein Urlauberhotel. Bali, Massenmord durch islamische Fanatiker. Und weitere Anschläge in fast allen Erdteilen.

 

0-Ton George W. Bush: (Übersetzung) (4. Juli 2002) “Heute, mehr als je zuvor, hofft die Welt auf Amerika. Doch Amerikas eigene große Hoffnung haben wir nie allein getragen. Schon unsere Urväter suchten die Weisheit und den Segen der göttlichen Vorsehung. Lasst uns immer in diesem Glauben leben. Und möge Gott weiter seine schützende Hand über die Vereinigten Staaten von Amerika halten.”

 

 Interessante Aussagen, nicht wahr?