Der Spiegel 39/2001 Seite 177 Thema: Woher kommt der Hass von Gernot Rotter

 

 

In dem Artikel wird folgendes geäußert:  „Die Palästinenser – Muslime wie Christen unter ihnen – werden seit Jahrzehnten und paradoxerweise verstärkt seit dem Abschluss der Osloer Verträge im Mai 1994 und im September 1995 alltäglich kleinen und großen Demütigungen ausgesetzt, ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen der nun schon seit 1967 währenden rigorosen Besetzung. Dies und ihr verzweifeltes Aufbäumen, das sich in letztlich hilflosen Verzweifelungstaten äußert, haben inzwischen auf beiden Seiten zu irrationalem Hass geführt.“

 

Weiter heißt es: „Häufigster Kritikpunkt dieser gemäßigten Mehrheit sind die Doppelzüngigkeit und zuweilen auch die schlichte Heuchelei der westlichen Nahost-Politik:

-         Warum lässt der Westen infolge der Erinnerung an den barbarischen Holocaust Israel bei der Unterdrückung der Palästinenser gewähren, so dass diese zu Opfern der Opfer des Holocaust werden, an dem sie keine Schuld trifft?

-         Warum wird Israel, das Dutzende Uno-Resolutionen und selbst solche, die die USA mitgetragen haben, missachtet hat, nicht zur Rechenschaft gezogen wie jeder andere Staat?

-         Warum fordert der Westen die Einführung demokratischer Strukturen im Nahen Osten und brandmarkt mehrere Staaten wegen angeblicher Unterstützung terroristischer Aktivitäten als „Schurkenstaaten“, während etwa Saudi Arabien, das bislang nicht de Hauch einer Demokratisierung gestreift und das massiv die Entwicklung extremistischer Terrorbewegungen wie zum Beispiel die Taliban unterstützt hat, aus durchsichtigen wirtschaftlichen Interessen gehätschelt und gepflegt wird?

 

 Interessante Aussagen, nicht wahr?