Der Spiegel 39/2001 Thema USA - Pipeline durch Afghanistan
In dem Beitrag kommt bekommt der Leser folgendes zu lesen:
Die Erdöl- Erdgasvorkommen um das Kaspische Meer mit den entsprechenden Pipelines Richtung westliche Welt könnten nach Meinung des Weißen Hauses Ersatz oder zumindest eine wichtige Ergänzung bieten. Eine dieser Rohrleitungen sollte aus dem Erdgasland Turkmenistan, an Russland und Iran vorbei zu den Überseehäfen Pakistans führen – und von dort Millionen von Barrel des kostbaren Treibstoffs an die Konsumenten im Westen.
Doch ohne Stabilität in und um Kabul war ein solches Projekt chancenlos. Washington hielt den Pipeline-Plan 1996 für so wichtig, dass man dafür sogar bereit war, einen Pakt mit dem fundamentalistischen Teufel – und dessen Verbündeten Osama Bin Laden – einzugehen: Augen zu, und alle Hoffnung auf eine Pax Talibana. Im Außenministerium galten die sunnitischen Religionsschüler als ein Bollwerk gegen den schiitischen und USA-feindlichen Iran, als die Einzigen, die in den Worten des US-Senators Hank Brown überhaupt „so etwas wie eine zentrale Regierung“ in Afghanistan hinbekommen könnten. Etwas „antimodern“ seien die Religionsschüler meine US-Außenamtssprecher Davies, „nicht anti-westlich“; und die für Südasien zuständige Abteilungsleiterin Raphel machte öffentlich den „Cheerleader für die Taliban“ (so Autor Mackenzie). Der amerikanische Erdölkonzern Unocal bewarb sich bei den Taliban gemeinsam mit seinem saudiarabischen Partner Delta um das große Geschäft mit der Öl- und Gas-Pipeline, die Konkurrenz kam aus Argentinien. Aus Quellen der amerikanischen Firma flossen vermutlich 15 Millionen Dollar direkt in die Kassen der Taliban.
Interessante Aussagen, nicht wahr?