Der Spiegel Nr. 38/2001 Thema Israel – Haft für Verweigerer

 

 

In dem Beitrag kommt bekommt der Leser folgendes zu lesen:

 

Mit einer wachsenden Zahl von Verweigerern, die aus politischen und moralischen Gründen nicht in den besetzten Gebieten dienen wollen, ist Jerusalems Regierung konfrontiert. Seit Beginn der zweiten Palästinenser-Intifada im vergangenen Herbst lehnten nach Angaben der Protest-Organisation „Jesch Gwul“ („Es gibt eine Grenze“ 300 Soldaten, vor allem Reservisten, den Einsatz im Westjordanland und im Gaza-Streifen ab. „Sie wollen sich nicht an der fortgesetzten Unterdrückung gegen das palästinensische Volk beteiligen“ so Reserveoffizier Ram Rahat, ein Sprecher der Gruppe. Etliche der Soldaten litten noch unter den traumatischen Erlebnissen, die sie in der ersten Intifada bei ihrem Einsatz erlebt hätten. Viele der Verweigerer seien aber keine Pazifisten. „Ich bin bereit mein Land zu verteidigen, aber nicht, in einer Besatzungsarmee zu dienen“, erklärte ein junger Wehrdienstleistender vor einem Militärgericht. Für die Weigerung, mit seiner Einheit in der Nähe des palästinensischen Jericho Dienst zu leisten, erhielt er 28 Tage Arrest. „Jesch Gwul“ zufolge wurden bisher 22 Verweigerer mit Haft bestraft, darunter die 19-jährige Awia Atai. (…) Unlängst schrieben 62 Abiturienten, die vor dem Wehrdienst stehen, in einem offenen Brief an Premier Ariel Scharon, sie seien nicht bereit, sich an „den Menschenrechtsverletzungen“ in den besetzten Gebieten zu beteiligen.

 

 Interessante Aussagen, nicht wahr?