.::Henryk M. Broder::. 

 

 

 

 

Teil 1: Psychologische Kriegführung


Henryk M. Broder und die »Lust am Einknicken«. Kampfansage an 1,5 Milliarden Moslems


Von Knut Mellenthin

Ohne lange um Erlaubnis zu fragen, wirft sich der Autor sofort auf die Couch, und Sekunden später offenbart er uns gnadenlos sein Problem: »Um ein Haar wäre auch ich ein Terrorist geworden. Alle Voraussetzungen waren gegeben.« (S. 7) – »Ich wäre der idealtypische Amokläufer gewesen.« (S. 8) – Aber es konnte aus dieser Traumlaufbahn nichts werden, »weil mir schon im Biologieunterricht beim Sezieren eines Regenwurms schlecht wurde. Da ich nicht Terrorist werden konnte, blieb mir nichts anderes übrig, als Journalist zu werden.« (S. 9)

Eine vermutlich gar nicht so seltene Berufsentscheidung von idealtypischen Amokläufern, die kein Blut sehen können und die es aus irgendwelchen Gründen nicht in die Politik zieht. Der Spiegel-Journalist Henryk Broder hat ein Buch von der »Lust am Einknicken« geschrieben. Gemeint ist die »vorauseilende Selbstaufgabe« Europas vor den moslemischen Horden – die von den europäischen Politikeliten und Medien bereitwillig hingenommene, ja sogar feige vorangetriebene »Transformation Europas in einen islamischen Kontinent«. Es geht also um ein Phantom, das wenig mit der Wirklichkeit und viel mit der Produktion von Wahnvorstellungen und Hass zu tun hat.

In Deutschland ist Broders Buch ein Bestseller. Wäre es in Ländern wie Großbritannien oder Frankreich erschienen, hätte man dort von den 167 Seiten überhaupt nicht Notiz genommen. Das Thema wird da schon seit einigen Jahren von Autoren mit erheblich größerem geistigen Tiefgang bearbeitet. Deutschland steht auch hier wieder einmal deutlich unter dem Weltniveau.
»Eurabische Alpträume«


Das Kultbuch der Kämpfer gegen die vermeintliche islamische »Überfremdung« hat vor zwei Jahren die britische Historikerin Gisèle Littman, bekannter unter ihrem Künstlernamen Bat Ye'or, veröffentlicht: »Eurabia – The Euro Arab Axis«. Die Autorin hat den Begriff »Eurabia« zwar nicht erfunden, wohl aber dessen Anwendung als Schimpfwort für die »Islamisierung« Europas. Sie behauptet, daß seit der so genannten Ölkrise von 1973 eine geheime Verschwörung zwischen den europäischen und arabischen Eliten bestehe. Europa habe sich dadurch vom Bündnis mit den USA gelöst und sei »in den arabisch-islamischen Einflussbereich übergewechselt«. Deshalb führe Europa, so Bat Ye'or, einen »versteckten Krieg gegen Israel«. Als hervorragenden Beweis nennt sie, dass die Europäer die Forderung nach einem Palästinenserstaat akzeptieren.

Die in dieser Szene herrschende Geisteshaltung zeigt sich in reißerisch-wahnhaften Artikelüberschriften wie »How Europe Died« (Wie Europa starb), »While Europe Slept« (Während Europa schläft), »Europe's Suicide?« (Europas Selbstmord?), »The Slow Death of Europe« (Der langsame Tod Europas), »Eurabia is no Fairytale« (Eurabia ist kein Märchen), »The Rapid Islamization of Europe« (Die rapide Islamisierung Europas), »Eurabian Nightmares« (Eurabische Alpträume), »Goodbye Europe, Hello Eurabia«, »The Muslim Brotherhood's Conquest of Europe« (Die Eroberung Europas durch muslimische Bruderschaften) oder »Why Al-Qaeda Will Dominate the European Union« (Weshalb Al Qaida die EU dominieren wird). Im Zentrum dieser Weltanschauung steht die im 19. Jahrhundert entstandene vulgärdarwinistische Theorie vom ewigen Kampf der Rassen und Kulturen, in dem die Schwachen untergehen und die Stärkeren über kurz oder lang die Weltherrschaft an sich reißen. Und da der Westen »schwach, dekadent und nicht einmal bedingt abwehrbereit« ist (Broder, S. 24), hat er gegenüber dem Islam bereits das Handtuch geworfen. Kapitulation besteht nach Ansicht dieser Szene schon darin, wenn man das historische Faktum eines islamischen Anteils an der europäischen Kulturgeschichte anerkennt. Einige Autoren gehen sogar so weit, die Kreuzzüge als legitime Verteidigung zu rehabilitieren.

Historisch gesehen hat die Theorie vom Kampf der Rassen und Kulturen um die Weltherrschaft immer dazu gedient, das eigene aggressive Machtstreben zu legitimieren, indem man es als gerechte, überlebensnotwendige, vom Gegner aufgezwungene Selbstverteidigung darstellt. Auch heute geht es im Kern um nichts anderes. Die Vorstellung, dass die Moslems nach der Weltherrschaft streben, mag zwar in den Köpfen einiger Fundamentalisten vorhanden sein. Sie ist aber sehr weit von der Realität entfernt. Tatsache ist vielmehr, dass der in der NATO vereinigte Westen einen eskalierenden Angriffskrieg gegen die moslemische Welt führt. Schauplätze sind heute schon Afghanistan, Irak, Libanon, die von Israel besetzten Palästinensergebiete. Eine Ausdehnung auf Somalia, Iran, Pakistan zeichnet sich ab. Dieser Krieg kostet Hunderttausende Menschenleben, verwüstet und destabilisiert die angegriffenen Länder nachhaltig und richtet sie für einen unabsehbar langen neokolonialen Status zu.
Rassistische Vorurteilsbildung


Henryk Broder hat für den Irak-Krieg geworben, und er fordert jetzt von den Europäern, sie müssten den USA und Israel bei der »Entwaffnung der Mullahs«, also beim geplanten Krieg gegen Iran, helfen. In diesem militärstrategischen Kontext ist sein Buch »Hurra, wir kapitulieren« ein Beitrag zur rassistischen Vorurteilsbildung gegen die Moslems und ihre Religion, den Islam. Die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus verhöhnt Broder als »feinsinnig« (S. 11), was in seinem Sprachgebrauch soviel wie »schwachsinnig und völlig überflüssig« bedeutet. Wer differenziert, der kapituliert im Grunde schon, lautet die Botschaft. Broder steigert sich noch mit dem Kalauer, der Unterschied zwischen Islam und Islamismus entspreche vermutlich dem zwischen Alkohol und Alkoholismus (S. 53). Und er landet schließlich bei der von ihm offensichtlich geteilten Unterstellung, »daß der Islamismus den Islam nicht missbrauchen, sondern ihn wörtlich nehmen könnte« (S 54). Wer ist schuld, wenn moslemische Kinder ihre deutschen Mitschüler beschimpfen und verprügeln? Der Islam. Der umgekehrte Fall taucht in Broders Buch selbstverständlich gar nicht erst auf. Ein ganzes Kapitel über Gewalttätigkeiten an deutschen Schulen beruht auf der absurden Prämisse, daß Streitereien und Handgreiflichkeiten ausschließlich von moslemischen Kindern und Jugendlichen ausgehen. Broders Erklärung: Sie sind von ihren Eltern im Geist der Intoleranz und der Verachtung Andersgläubiger erzogen worden.

Nach diesem Muster reiht der Autor völlig einseitig Fallbeispiele aneinander, von denen die meisten ursächlich kaum etwas mit dem Islam zu tun haben, um seine Grundthese vom unvermeidlichen »Clash of Civilizations« zu untermauern. Den der Westen nach Ansicht Broders schon verloren hat: »Der freie Westen, der sonst bei jedem Hakenkreuz auf einer Hauswand ›Wehret den Anfängen!‹ ruft, hat gezeigt, dass er der islamischen Offensive nichts entgegenzusetzen hat.« (S. 20) Das könnte auch in einem NPD-Flugblatt stehen.

Ein Beispiel für Broders Methode der akkumulativen Vorurteilsbildung: »Im Januar 2006 forderten drei Moslem-Väter von Mädchen an einer Linzer Volksschule die Einführung des Kopftuches – für Lehrerinnen.« (S. 47) Die Väter, zwei Bosnier und ein Tschetschene, weigerten sich laut Broder auch, die Lehrerinnen mit »Sie« anzureden, weil sie als Frauen keinen Respekt verdienten. Falls die Geschichte sich wirklich so zugetragen haben sollte – was bei Broder schwer zu beurteilen ist, da er konsequent auf die Nennung von Quellen verzichtet –, handelt es sich um drei Exzentriker mit einem außerordentlich flegelhaften Benehmen. Über Moslems in Europa sagt uns der völlig untypische Einzelfall genau genommen gar nichts. Und über die unterstellte europäische »Lust am Einknicken« ebenso wenig.

Ein weiteres Beispiel: In Spiegel Online schrieb Broder am 4. Januar in einer Aufzählung angeblicher moslemischer Verrücktheiten, mit denen in Europa viel zu verständnisvoll umgegangen werde: »Aus Oberösterreich wurde bekannt, dass zwei Mütter muslimischer Schüler gegen die Benutzung des Kreuzes als Pluszeichen bei Rechenaufgaben protestierten – ein christliches Symbol sei ihren Kindern nicht zumutbar.«

Tatsache ist, dass in allen moslemischen Ländern das international übliche Pluszeichen in Kreuzform verwendet wird. Das einzige Land, das aus ideologischen Gründen ein eigenes Pluszeichen kreiert hat – in Form eines auf den Kopf gestellten T – ist Israel.

Die Geschichte aus Oberösterreich ist also bestenfalls völlig atypisch und belanglos. Kein vernünftiger Mensch würde aus dem Auftauchen eines Geisterfahrers auf der Autobahn schlussfolgern, dass sich in Deutschland der Linksverkehr durchsetzt und die Polizei bereits kapituliert hat. Einiges deutet außerdem darauf hin, dass der Vorfall mit den beiden Müttern nur ausgedacht ist. Er fand sich zuerst am 22. Dezember vorigen Jahres in einer moslemfeindlichen Glosse der österreichischen Tageszeitung Die Presse – ohne Angabe des Ortes, ohne jedes Detail und ohne Quelle. Andere österreichische Medien scheinen von dem angeblichen Vorfall keine Notiz genommen zu haben. Noch am selben Tag stand die fragwürdige Meldung auf der Webseite »Politically Incorrect«, die hemmungslose Antimoslemhetze mit blindem proisraelischen Hurra-Patriotismus verbindet. Seither geistert die angebliche Geschichte aus Oberösterreich durch die einschlägigen Blogs, zusammen mit aggressiv rassistischen Kommentaren, in denen sich selbsternannte Herrenmenschen über die unterstellte Dummheit der Moslems lustig machten. Motto: selbst schuld, wenn sie nichts lernen wollen!

Seit dem 11. September 2001 ist Anti-Islamismus in USA und Europa in Mode gekommen. Mittlerweile widmen sich auch zahlreiche deutschsprachige Websites der schmutzigen Aufgabe, wahre, verfälschte oder erfundene »Nachrichten aus der moslemischen Welt« zu verbreiten, die die Moslems als Ignoranten mit ständig hoher Gewaltbereitschaft brandmarken sollen. Darunter ist seit einigen Wochen auch der Internetauftritt des Vereins »Pax Europa«, der sich nach eigenen Worten »die Aufklärung der Öffentlichkeit über die schleichende Islamisierung Europas« zur Aufgabe gestellt hat. Der Verein »richtet sich nicht gegen den Islam oder gegen Muslime«, sondern »tritt vielmehr für den Erhalt des christlich-jüdisch geprägten europäischen Werteverbundes ein«, heißt es auf der Homepage von »Pax Europa«. Dieses hehre Ziel erfordert es offenbar, die Öffentlichkeit ständig über jeden einzelnen durchgeknallten Moslem zu unterrichten. Wie etwa über »manche Muslime«, die sich im Krankenhaus weigern, ihre Hände mit Desinfektionslösung zu reinigen – wegen des darin enthaltenen Alkohols. Abgeschrieben aus der Sun, dem britischen Gegenstück der Bild-Zeitung.

Verantwortlich für »Pax Europa« ist der fragwürdige Sensationsjournalist Udo Ulfkotte, »Sicherheitsexperte« und Autor des Buches »Der Krieg in unseren Städten« (2003).


Fahr nicht mit dem Moslem!
Wer gern bis zur Schleudertrauma-Grenze den Kopf über verrückte Moslems schüttelt, kommt auch auf der von Henryk Broder und einigen seiner Freunde edierten Webseite »Die Achse des Guten« immer wieder voll auf seine Kosten. Nachprüfbar sind die Geschichten meist nicht, oft stammen sie aus tendenziösen Quellen wie »Sharia Watch«. Dort erfährt man beispielsweise, dass es im kanadischen Vancouver moslemische Taxifahrer gibt, die sich weigern, Blinde mit ihrem Hund zu transportieren, weil Hunde im Islam als unrein gelten. (18.11.2006) Wer schon mal versucht hat, in Deutschland mit einem großen Hund ein Taxi zu besteigen, weiß allerdings, dass das kein ausschließlich religiöses Problem ist.

Wie unverschämt und intolerant sich moslemische Taxifahrer benehmen, zeigt sich, laut »Achse des Guten«, auch daran, dass einige von ihnen am Flughafen von Minneapolis (USA) keine Fahrgäste befördern wollen, die Alkohol bei sich haben (29.9.2006). Vielleicht hat das in Wirklichkeit weniger mit dem Koran als mit den teilweise absurd strengen Anti-Alkohol-Gesetzen vieler US-Bundesstaaten zu tun, aber so genau will das einschlägig interessierte Publikum es gar nicht wissen.

Ein Potpourri wahrer oder erfundener Einzelfälle mit geringem Informationsgehalt addiert sich zu zwei generellen Botschaften: 1. Moslems sind ignorant und intolerant. 2. Wir lassen uns von den Moslems viel zuviel gefallen. Gleich zu Beginn seines Buches schreibt Broder, es gehe »um 1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen« (S. 13). »Unvorhersehbare Reaktionen« meint im Kontext, da ist gar kein Zweifel möglich, alle Arten von Gewalttätigkeit, bis hin zum Terrorismus. – Wie muss es im Kopf eines Menschen aussehen, der 1,5 Milliarden Individuen exakt dieselben Eigenschaften zuschreibt? Menschen völlig unterschiedlicher Kulturen, zwischen denen es riesige Unterschiede auch in religiöser Hinsicht gibt. So weit wie Broder in diesem Punkt gehen selbst ganz wilde Rassisten in der Regel nicht. Und weit und breit kein guter Freund, kein professionell arbeitender Verlagslektor, der dem Autor im eigenen Interesse zur Mäßigung geraten hätte?

Als Modell für die allen 1,5 Milliarden Moslems der Welt unterstellte Verbindung von »chronischem Beleidigtsein« und »unvorhersehbaren Reaktionen« gelten Broder die Proteste gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen. Er schreibt: »Millionen von Moslems, die keine Gelegenheit hatten, auch nur einen Blick auf die Zeichnungen zu werfen, und die nicht einmal wissen, wo Dänemark liegt, demonstrieren gegen die Kränkung des Propheten, angefeuert von Imamen, die eine eigene Agenda haben.« (S. 18) – »Millionen«? Woher nimmt Broder das? Er verrät es nicht. 100000, höchstens 150000 Demonstranten weltweit dürften der Realität nahe kommen. Im Rückblick ist erstaunlich, wie klein die meisten der Demonstrationen (Anfang Februar 2006) waren. In Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens (das Land mit der größten Moslembevölkerung der Welt), 300 Menschen. 2000 bis 5000 Protestierer in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, einer Stadt mit über sechs Millionen Einwohnern. Ungefähr ebenso viele in Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, einem Land, in dem es mehrere große islamistische Oppositionsparteien gibt. Ein paar hundert Menschen im afghanischen Kabul. 3000 Demonstranten in Kairo, einer Stadt mit über 15 Millionen Einwohnern. Die größten Proteste fanden in Beirut und in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mit jeweils etwa 20000 Teilnehmern statt. Letztere angeführt von pro-amerikanischen Regierungsmitgliedern, die es nötig haben, gelegentlich zu zeigen, dass sie gute Moslems sind.

Der von Broder breit ausgewalzte Karikaturenstreit ist ein zentrales, immer wiederkehrendes Argument seines Buches. Die angebliche Überempfindlichkeit und Reizbarkeit der Moslems an ihren Reaktionen auf Beleidigungen Mohammeds oder des Koran zu messen, ist allerdings so total daneben, als würde man Juden der Humorlosigkeit bezichtigen, weil sie über antisemitische Karikaturen nicht lachen mögen. Daß es Kulturen wie die britische gibt, wo es, ohne daß dafür Gesetze erforderlich wären, als ausgesprochen unzivilisiert gilt, andere Menschen mutwillig zu verhöhnen und zu verletzten, ist Broder fremd und unbegreiflich. Er kann den Verzicht der britischen Medien, die dänischen Mohammed-Karikaturen nachzudrucken, nur als Feigheit und Kapitulantentum missverstehen. Selbst ein offensichtlich rechtsextremer deutscher Rentner, der Klopapier mit dem arabischen Schriftzug »Der heilige Koran« bedruckte und verschickte, gilt Broder noch als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit, so wie er sie versteht. (S. 33)
 

Moslemfeindlichkeit gibt es nicht
Die im Dezember vergangenen Jahres erschienene Studie »Muslims in the European Union – Discrimination and Islamophobia«, herausgegeben vom European Monitoring Centre on Racism and Xenophobia, konstatiert eine zunehmende Moslemfeindlichkeit. Der Bericht beschreibt beispielsweise Hunderte Fälle von Gewalt und Drohungen seit 2004, darunter Beschädigungen, Schmierereien und Brandstiftungen an Moscheen und islamischen Zentren ebenso wie gewalttätige Angriffe gegen Moslems. Die Verfasser der Studie beklagen, dass Großbritannien das einzige europäische Land sei, das eine Hate-Crime-Liste veröffentlicht, in der Übergriffe gegen Moslems gesondert ausgewiesen sind.

Ebenfalls im Dezember erschien die Studie »Deutsche Zustände« des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer, der eine »steigende Islamophobie« in Deutschland behauptet. Das Besondere: Während im allgemeinen Ausländerfeindlichkeit mit höherem Bildungsrad abnimmt, treffe das für moslemfeindliche Einstellungen nicht zu. Sie gelten offenbar auch bei Teilen des Bildungsbürgertums als schick. Die freundliche Aufnahme, die Broders Buch bei den meisten Medien gefunden hat, bestätigt diesen Befund. Hier und da schieße der Autor ein bisschen übers Ziel hinaus, räumen viele Rezensenten ein, aber das sei doch gerade das Lustige, Unterhaltsame. Die systematische Verbreitung von Ressentiments wird von meinungsbildenden Teilen der deutschen Gesellschaft geschmäcklerisch konsumiert. Man erinnert sich, dass für die gleichen Kreise ein Harald Schmidt in einer Zeit zur Kultfigur wurde, als er keine Sendung ohne mehrere primitive polenfeindliche »Witze« zu Ende gehen ließ. »Political Incorrectness«, das Spiel mit rassistischen Klischees, steht in Deutschland wieder hoch im Kurs. Kaum jemand wagt in den Mainstream-Medien noch einzuwenden, dass das Verbreiten von Ressentiments schlichtweg unanständig und übrigens auch denkbar unintellektuell ist.

Was Henryk Broder angeht: Feindselige Einstellungen, Gewalttaten und alltägliche Diskriminierungen gegen Moslems kommen in seinem Buch an keiner Stelle vor. Sie anzusprechen, würde offenbar die gradlinige Schwarz-Weiß-Propaganda – die Moslems tanzen uns auf der Nase rum und wir Trottel lassen uns alles gefallen – beschädigen und in Frage stellen. Denn was Broder ganz bestimmt nicht will, ist eine sachliche Erörterung der Probleme mit all ihren Aspekten.

Immerhin, das Wort »Islamophobie« taucht in Broders Buch einmal auf. Auf Seite 116. Dort schmäht der Autor den Zentralrat der Juden in Deutschland, weil er gemeinsam mit der Türkisch-Islamischen Union ein Symposion über »Antisemitismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit« veranstaltete. »Er gibt damit dem Phantombegriff ›Islamophobie‹ den Anschein des Realen«, so Broders Vorwurf an den Zentralrat. Das sollte sich auch der Zentralrat der Juden in Deutschland hinter die Ohren schreiben. Was Broder nicht wahrhaben will, das gibt es nicht.

 

http://www.jungewelt.de/2007/01-17/020.php
 

 

Teil 2: „Prozess der Kapitulation“:

 

Henryk Broder als gesellschaftliches Phänomen
Anis Hamadeh, 31.03.2007

 

Dieser Essay entstand als Reaktion auf den Spiegeltitel "Mekka Deutschland", an dem Henryk Broder teilgenommen hat. Anhand von Zitaten werden Broders Äußerungen zum Islam, zu Muslimen und Arabern, zu Rechtsstaat und zu Israel dargestellt und untersucht, vor allem unter dem Aspekt der öffentlichen Unterstützung, die eine Meinung wie seine erfährt. (32.000 Zeichen, ca. 5 Seiten)

Als eine nichtmuslimische Richterin in Frankfurt das Scheidungsgesuch einer misshandelten Muslimin mit dem skandalösen Verweis auf ein Züchtigungsrecht im Koran kommentierte, motivierte dies unter anderem das Wochenmagazin "Der Spiegel" zu seinem umstrittenen Titel "Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung"1 . Henryk M. Broder beteiligte sich daran mit einem Artikel, der die poetische Überschrift "Epidemie des Wahnsinns" trägt und einen Fortsatz seines aktuellen Buches "Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken" darstellt. Broder vertritt hier wie dort die These, dass radikale islamische Tendenzen Deutschland und den Westen in einer Weise bedrohen, dass eine grundsätzliche und große Gefahr für die Gesellschaft besteht.

Interessant am aktuellen Fall ist die Tatsache, dass die vermeintliche Islamisierung ohne das Zutun von Muslimen auskommt. Mir ist kein Muslim bekannt, der die Frankfurter Richterin zu ihrer Entscheidung gebracht hätte. Analoges gilt für den Fall der Mozart-Oper "Idomeneo" und den "Kubus" des Künstlers Gregor Schneider, mit dem der Broder-Artikel endet. Dieser Widerspruch diskreditiert den Spiegel und wirft die Frage nach den soziologischen Hintergründen solcher Artikel auf, deren Argumente weit über die entsprechenden Sachverhalte hinausreichen. Am Beispiel des Grenzgängers Henryk Broder etwa lässt sich das Versagen des rationalen Diskurses gut beobachten. Da dem Mainstream anscheinend nicht bewusst ist, was dieser Journalist für Aussagen trifft, habe ich einige gesammelt und kommentiert, die sich mit den relevanten Fragen beschäftigen. Es handelt sich um repräsentative Zitate, was die besprochenen Themen betrifft. Broder beschäftigt sich darüber hinaus mit vielen anderen Gebieten und hat sich zu sehr unterschiedlichen Dingen geäußert.

Broders Meinung zum Islam, zu Muslimen und Arabern, zu Rechtsstaat und Israel

Welches sind die Hauptthesen Broders und welche Nischen besetzt er mit ihnen? Zunächst einmal pauschaliert er öffentlich sämtliche Muslime in negativer Weise und nennt "1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen neigen."2 Im genannten Spiegel-Titel wiederholt er: "So wird das Stück 'Die beleidigten Moslems und wir' seit rund 20 Jahren in verschiedenen Besetzungen aufgeführt." Es geht also nicht um fanatische Extremisten, sondern um alle Muslime. Einen prinzipiellen Unterschied zwischen gewalttätigen und nichtgewalttätigen Muslimen erkennt Broder hier nicht. Im Planet-Interview vom 24.01.2007 erklärt er dazu: "Sie können das Eine vom Anderen nicht trennen. Sie müssen sich fragen: Wenn der Islam der Normalfall ist, also das Friedliche, zur Zusammenarbeit bereite Nicht-Radikale, woher kommt dann der Islamismus? Wo ist dessen Basis, wenn nicht im Islam?"3 Diese meiner Ansicht nach strafrechtlich durchaus relevante Position, die alle Muslime aufgrund ihrer religiösen und kulturellen Zugehörigkeit als Terroristen erscheinen lässt, wird im selben Interview mehrfach untermauert: "Der Moslem ist erst mal kein Terrorist, der Moslem ist ein Gefangener seiner selbst. Was ihn zum Terroristen macht, weiß ich nicht." Wir erinnern uns: Der Muslim als solcher, der Jude als solcher und so weiter. Broder sieht religiös begründete Gewalttaten auch im Judentum und Christentum, dort seien sie allerdings marginal, "während sie im Islam Mainstream sind." Eine humanistische oder positive Religion ist der Islam demnach nicht. Wer dies behaupte, begehe Realitätsverweigerung: "Wie weit Realitätsverweigerung gehen kann, machte u. a. das 'Wort zum Sonntag' vom 11. 2. 2006 klar, gesprochen von Burkhard Müller. 'Der Islam ist eine großartige Religion', sagte der Gottesmann, Minuten nachdem in den 'Tagesthemen' brennende Fahnen, verwüstete Botschaften und 'Tod den Ungläubigen' schreiende Gotteskrieger zu sehen waren. Woher kommt die Entschlossenheit, Tatsachen zu leugnen oder sie so zurechtzubiegen, dass sie den Blick auf die Wirklichkeit versperren?"4 Im Grunde muss man hier den Tagesthemen Vorwürfe machen, wo der Terror-Hype in diesem Fall herkommt. Es passt ins Bild, dass Broder dabei die Existenz von Islamfeindlichkeit in unseren Gesellschaften ganz bestreitet. Er spricht vom "Phantombegriff 'Islamophobie'"5.

Bei diesen Äußerungen stützt sich Broder auf die These, dass es keinen säkularen Islam gibt6. Diese Behauptung ist so nicht richtig. Richtig ist, dass eine allgemeine Aufklärung im westlichen Sinne in der islamischen Welt nicht stattgefunden hat und dass Tendenzen in diese Richtung zum Leidwesen aller Beteiligten immer wieder von innerhalb der muslimischen Gesellschaften blockiert und verhindert worden sind. Andererseits ist zum Beispiel das Rechtssystem in den meisten muslimischen Ländern nicht die Scharia, sondern es sind Mischformen, die unter anderem französisches und anderes europäisches Recht einbeziehen. Säkulare, laizistische Muslime, wie auch der Autor dieser Zeilen einer ist, gibt es genug. Eine Tatsache übrigens, die Broder nicht bestreitet, was zeigt, dass "der Islam" eine idée fixe für ihn darstellt, die durch Muslime nicht widerlegbar ist. Ebenso gibt es klare Gewaltabsagen von muslimischer Seite, siehe etwa die Websites www.muslime-gegen-terror.de, www.nindi.de, http://zentralrat.de, oder in den USA www.csidonline.org. Solche Muslime stehen allerdings nicht im Rampenlicht und finden in ihrer Haltung kaum öffentliche Beachtung, weil sie dem vorgefassten Bild nicht entsprechen. Die selektive Wahrnehmung, auf die Broder immer wieder in seinen Schriften verweist, trifft also auf ihn selbst zu. Es ist unbestritten, dass es gewaltbereite Gruppen und antidemokratische Attitüden in muslimischen Kreisen gibt und dass diese nicht akzeptabel sind. Vor allem dann, wenn sich autoritäre Muster und Macho-Verhalten hinter so genannten Traditionen verstecken. Dem beizukommen wird aber durch den Umstand erschwert, dass Muslime in westlichen Öffentlichkeiten oft pauschal bewertet werden, wie eben von Broder und seinem umfangreichen Fanclub, die dieses Spiel mit sportlicher Begeisterung betreiben. Das Problem ist: Es ist kein Spiel.

Nicht nur der Islam, sondern auch die arabische Welt und speziell die Palästinenser werden in Broders Generalisierung einbezogen. Im genannten Planet-Interview heißt es: "Dass die islamische, also die arabische Kultur eine höhere Akzeptanz von Gewalt hat, das ist doch offensichtlich." Hier wird zu wenig differenziert, denn die Gewalt, die von westlichen Staaten - also nicht einzelnen verirrten oder auch organisierten Terroristen - gegenüber arabischen und muslimischen Ländern ausgeübt wird, ist enorm, und das führt zu Reaktionen. Auch ist die etwa Todesstrafe kein speziell muslimisches Phänomen. Für Terror-Akte werden bei Broder in Anlehnung an die Medienberichterstattung kollektiv Gesellschaften beziehungsweise Regierungen verantwortlich gemacht, so in einem Spiegel-Artikel vom 28.07.2006: "Bis jetzt haben die Palästinenser selbstgebaute Kassam-Raketen mit geringer Reichweite aus Gaza nach Israel gefeuert, worauf die Israelis mit 'gezielten Tötungen' reagierten, bei denen allerdings meistens Unschuldige und Unbeteiligte ums Leben kamen."7 Als hätte die palästinensische Regierung oder Gesellschaft Kassam-Raketen abgefeuert. Im selben Text heißt es: "Zudem ist das Wort 'Kompromiss' in der arabischen Welt ein Fremdwort. Man setzt sich entweder durch oder geht heldenhaft unter." Es handelt sich um unzulässige Verallgemeinerungen, wie auch in einem Interview vom 14.07.2006, wo Broder über die arabische Welt sagt: "Niederlagen und vor allem Kompromisse gibt es nicht. Die gesamte europäische Verhandlungskultur aber geht zum Kompromiss hin; man trifft sich in der Mitte und alle haben das Gesicht gewahrt. In der arabischen Welt ist schon der Kompromiss ein Gesichtsverlust."8 Das stimmt einfach nicht und es schürt feindselige Gefühle bei vielen Lesern.

Gegen wen und was genau richtet sich die Aggression, die Broder in der arabisch-islamischen Kultur ausmacht? Er nennt westliche Werte wie Meinungsfreiheit und sexuelle Freiheit: "Es geht um Meinungsfreiheit, den Kern der Aufklärung und der Demokratie, und um die Frage, ob Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz die richtigen Mittel im Umgang mit Kulturen sind, die sich ihrerseits respektlos, rücksichtslos und intolerant gegenüber allem verhalten, was sie für dekadent, provokativ und minderwertig halten, von Frauen in kurzen Röcken bis hin zu Karikaturen, von denen sie sich provoziert fühlen, ohne sie gesehen zu haben."9 Beim Widerstand in Palästina, so legt Broder nahe, gehe es gar nicht um die Besatzung und Vertreibung, Enteignung und gezielte Tötung, sondern - man lese und staune - um Mädchen. Dies legt er einem palästinensischen "Freund" in den Mund, der ihm sagt: "Henryk, you know, it's not about the occupation, it's about the girls."10 Es gehe auch darum, das unbefleckte Israel mit dem Bösen zu infiltrieren: "Es wird ja oft gefordert, Israel solle endlich im Orient ankommen, sich seiner Umgebung anpassen, also zur Diktatur werden und die Demokratie, die freien Wahlen, die Gewaltentrennung abschaffen, die Frauen verkleiden, die Todesstrafe und das Handabhacken einführen. Das wäre die totale Integration in den Nahen Osten, und dann hätten die Juden vielleicht Chancen, von ihren arabischen Verwandten willkommen geheißen zu werden. Aber das kann es natürlich nicht geben."11

Ein weiteres Element macht seine Ansichten noch brisanter: Die vermeintliche Nähe zwischen dem Islam und dem Nationalsozialismus. Broder sieht (auf Spiegel Online!) "Parallelen, die nichts Gutes verheißen"12. Auch sein immer wiederkehrendes Motiv von der "Appeasement-Politik" gegenüber "dem Islam", das in jeder Rezension seines Hassbuches weitergetragen wird, zieht diesen Vergleich. Man muss bei diesem Gedanken voraussetzen, dass es sich beim Islam um eine Ideologie handelt, nicht etwa um eine der abrahamitischen Religionen. Es wird bei Broder und den Seinen schlicht und einfach ein Hitler gebraucht, um ein manifestes Objekt der Ablehnung zu haben, auf das ungehemmt eingedroschen werden kann. Wir finden von Broder Analogien zwischen den Nazis und der Hisbollah, die als Reaktion auf die israelischen Massaker im Libanon 1982 entstanden war13 und zwischen den Nazis und dem iranischen Staatspräsidenten: "Im Fall des iranischen Staatspräsidenten halte ich es für etwas billig, mit Hitler zu argumentieren, aber es ist trotzdem richtig, weil er natürlich Hitler gelesen hat und kein dummer Mensch ist. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' kam seine hitlersche Logik zum Ausdruck. Er ist ständig in der Defensive: Er verteidigt sich gegen dunkle Mächte der Weltgeschichte, gegen den Zionismus und das Judentum. Er hat diese Phänotypologie und Genotypologie der verfolgenden Unschuld. Er ist die verfolgende Unschuld. Er ist unschuldig, und er verfolgt alle. Das war genau Hitlers Attitüde. Deshalb ist in dem Fall der Vergleich nicht verkehrt, aber es stimmt, er erfolgt fast im argumentativen Notstand. (...) Die Situation ist anders, schlimmer als bei Hitler, weil wir heute über alles Bescheid wissen."14 Sich unschuldig zu nennen und andere zu verfolgen ist ein Phänomen, das man vielen vorwerfen kann. Mir fallen da einige ein. Im Prinzip ist es heutzutage gar nicht so verkehrt, über Hitler nachzudenken, ihn aber lediglich aus einer Position der elitären Unangreifbarkeit heraus als Etikettierung seiner politischen Gegner zu verwenden, ist zu billig: Den hier mag ich nicht, seht es ist Hitler, denn er mag mich auch nicht.

Die Einstellung des Alles oder Nichts in Verbindung mit latenter bis manifester Gewaltbereitschaft von Muslimen und Arabern, die Broder konstatiert, führt ihn zu der Konsequenz, den Rechtsstaat zu verlassen. In einem Interview im Naumburger Tageblatt vom 16.10.2006 sagt er: "Die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, übersteigt die Grenze zum Irrealen." Und im Planet-Interview: "Kann uns der Rechtsstaat beim Umgang mit Terroristen weiterhelfen? Broder: Nein. Der ist da vollkommen irrelevant." Vollkommen irrelevant! Im selben Interview heißt es: "Langfristig denke ich, wird sich der Islam einer Öffnung, einer Säkularisierung nicht entziehen können. Nur, wollen Sie 400 Jahre warten?" Hier wird nahe gelegt, dass man nicht so lange warten kann und also handeln muss, auch außerhalb rechtsstaatlicher Normen.

In seinem bevorzugten Land Israel sieht er diesen Gedanken verwirklicht: "Dem Judenstaat bleibt nichts anderes, als Härte zu zeigen."15, und: "Israel verdankt seine Existenz seiner militärischen Überlegenheit. Wenn diese nicht mehr existiert, wird auch Israel nicht mehr lange existieren. Deswegen ist es idiotisch, wenn Israel zur Großzügigkeit aufgerufen wird, weil es so stark und überlegen ist, denn es muss so sein. In der Tat setzt Israel seine militärische Überlegenheit sehr besonnen und zurückhaltend ein. Die Gegenseite würde das nicht so handhaben."16. Die Vernichtung Israels durch Muslime und Araber sei sowieso auch von Europa gewünscht, nach dem Motto des Alle-hassen-uns/mich: "Andererseits bin ich überzeugt davon, dass vor allem Europa sich 'wünscht', dass der Konflikt im Nahen Osten mit einer zweiten Endlösung enden möge - nicht auf der bewussten, sondern auf der unbewussten Ebene. Wenn der Konflikt dort mit einer zweiten Endlösung endet und die Araber die Israeli ins Meer treiben, wird die erste Endlösung, die in Europa stattgefunden hat, im Abgrund der Geschichte verschwinden."17 Das Argument der Judenverfolgung findet sich auch in seiner (satirisch?) so genannten "Achse des Guten". "Die Juden" beschlossen demnach nach dem Zweiten Weltkrieg, "aus der Geschichte auszusteigen und als Opfer nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Seitdem schlagen sie zurück, wenn sie angegriffen werden, manchmal auch schon vorher."18

Broder plädiert also zumindest indirekt für eine Israelisierung der europäischen Gesellschaften, um damit der vermeintlichen islamischen Gefahr zu begegnen.

Widersprüchliches in Broders Meinung

Die westlichen Werte, die Broder vom Islam fordert und die er selbst durch die Aufgabe des rechtsstaatlichen Prinzips relativiert, werden in folgender bekannten Aussage ad absurdum geführt: "Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Täter haben meistens eine längere Lebenserwartung als Opfer und es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein."19. Ich bin nicht sicher, ob diese Worte eine heimliche Bewunderung für die Nazis ausdrücken sollen oder etwas anderes. Dies ist das bislang härteste Zitat von Henryk Broder und es ist noch nicht sehr alt. Wir dürfen also auf Steigerungen gespannt sein.

Das wirklich Widersprüchliche bei Broder kommt zum Vorschein, wenn man sich klar macht, dass er über die israelische Politik vollständig informiert ist. Der weiß, wie die Situation für die Palästinenser ist. Als er am 15.10.2006 im Auftrag seiner Majestät des Spiegel Online einen noch um einiges radikaleren Zionisten interviewte, Dan Schueftan, unter dem ablenkenden Titel: "Die Palästinenser schaden sich selbst mehr als uns!", sprach Broder als Fragesteller in direkter Rede, geradeheraus: "Es ist trotzdem seltsam, dass ein Volk sich nach 2ooo Jahren auf einen Eintrag im Grundbuch beruft, der von Gott geschrieben wurde und dass es nicht nur fromme Juden tun, sondern auch säkulare wie Sie." Broder sagte: "Die Siedlungspolitik hat die ganze Sache in eine ungute Richtung geführt", und: "Im Oslo-Abkommen hat Arafat dem Terrorismus abgeschworen." Über die Palästinenser: "Sie sind die Leidtragenden des Konflikts", und die Signifikanz: "Weil es ein zentraler Konflikt ist, der die Welt seit fast 6o Jahren beschäftigt." Broder weiß es. "Trotzdem kann Israel in diesem labilen Zustand nicht ewig verharren. Daheim Demokratie, gegenüber den Palästinensern Besatzungsmacht."20 Knut Mellenthin schrieb in diesem Zusammenhang über Broder zutreffend: "Er hat in Wirklichkeit gar keine persönlichen Vorurteile gegen Moslems. Er spielt 'aus übergeordneten Interessen' den Ausländerfeind, ohne wirklich einer zu sein. Das macht sein Tun nicht besser, sondern schlimmer."21

Es passt nicht zu den oben zitierten Aussagen. Hier noch eine zur Erinnerung, anlässlich des dänischen Karikaturenstreits: "Die Muslime haben bewiesen, wie schnell und effektiv sie Massen mobilisieren können, und der freie Westen hat gezeigt, dass er der islamischen Offensive nichts entgegenzusetzen hat - außer Angst, Feigheit und der Sorge um seine Handelsbilanz. Nun wissen die Islamisten, dass sie es mit einem Papiertiger zu tun haben, dessen Gebrüll nur vom Band kommt."22

Broder, der von sich selbst seltsame Sachen sagt wie: "Es kann schon sein, dass ich paranoid bin"23 und sich ohnehin als Laien bezeichnet ("Ich bin kein Islam-Spezialist."24), gibt der Friedensbewegung Ratschläge, so als würde er sich dazuzählen: "Die Friedensbewegung braucht ernstzunehmende Persönlichkeiten wie Petra Kelly in den achtziger Jahren, die sich von Radikalen abgrenzen und für die Pazifismus nicht nur ein politischer Kampfbegriff ist, der nach Bedarf gegen den Westen gerichtet wird. Ein politischer Akteur, der für sich beansprucht, das Eintreten für die Menschenrechte zu repräsentieren, wird unglaubwürdig, wenn er die Einhaltung dieser Normen nicht auch von seinen Verbündeten einfordert."25 Dies ist keine selbstkritische Äußerung, vielmehr bleibt es dem Autor offensichtlich verborgen, dass seine Aussagen das Gesamtbild eines verwirrten Pseudo-Intellektuellen ergeben, der ein ungeklärtes Verhältnis zu Gewalt und zum deutschen Grundgesetz hat. Wie zum Beispiel ist das Verhältnis zur Gewalt in folgendem Zitat? "Ich finde, die Leute in Darfur sollten damit anfangen, ein paar Botschaften abzufackeln. Das würde vielleicht die moralische Empörung in Europa über den Völkermord ein bisschen beschleunigen."26 Es ist nicht ausreichend zu sagen, die Amerikaner haben eben auch Gewalt benutzt, um Hitler umzunieten, denn die kontinuierliche US-amerikanische Außenpolitik hat Hiroshima verursacht, dann Korea, Vietnam, muss man das alles aufzählen? Sie hat sich gegen Hitler gewandt, weil sie dadurch Vorteile bekam und nicht, weil Hitler so böse war. Sie hat ja auch Saddam aufgebaut und hinterher wie einen Hitler verurteilt. Glaubt Broder vielleicht, das hätte etwas mit Humanismus zu tun?

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Broder sich ausführlich mit dem Thema der Meinungsfreiheit auseinandergesetzt hat. Die überregionale deutsche Tageszeitung "Der Tagesspiegel" druckte kürzlich einen Artikel dazu, der wiederum nicht selbstkritisch gemeint ist und in dem er unter anderem schrieb: "Mit dem Recht, eine Meinung verbreiten zu können, verhält es sich so wie mit den meisten Rechten, die auf einer unausgesprochenen Vereinbarung beruhen: Wenn sie von allen wahrgenommen werden, schaffen sie sich selbst ab." Und: "Wenn jeder Mensch jederzeit seine Meinung äußern kann, ohne einen Fuß vor seine Küche setzen zu müssen, dann löst sich die Meinungsfreiheit in Kakophonie auf."27

Wenn sich Broder nach Petra Kelly sehnt, die sich im Grab umdrehen würde, wenn sie Broders Äußerungen hören könnte, zeigt das jedenfalls, dass er früher einmal humanistische Werte vertreten hat. So sagen es auch Leute, die ihn von damals kennen. Demnach hat er in den 60er oder 70er Jahren ein oder zwei intelligente Sachen gesagt. Irgendwann scheint er dann den Anschluss verloren zu haben. Bis jetzt schweigt er über diese Zeit seiner Transformation. Es muss eine sehr große Enttäuschung vorgelegen haben. Solange er darüber nicht spricht - dies ist meine Einschätzung - wird man nichts anderes als das oben Gezeigte von diesem Mann hören. Das ist im Grunde schade.

Broder als gesellschaftliches Phänomen

Extreme Meinungen wie die oben dargestellte gibt es viele, aber wenige werden von der Öffentlichkeit getragen. Das Phänomen seiner Medien-Präsenz wirft ein bezeichnendes Bild auf unsere Öffentlichkeit: Er hat es in den Medien zwar nicht leicht, wird aber immerhin im Spiegel gedruckt, auf Spiegel Online, im Tagesspiegel, in der Schweizer Weltwoche und er erscheint gelegentlich im Fernsehen. Positiv rezensiert wurde sein aktuelles Hurra-Buch in der Süddeutschen Zeitung ("erfrischende Polemik") und der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung ("scharfsinnige Gesellschaftsanalyse"). Am 29.10.06 wurde er zu einer Diskussionsveranstaltung der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft in Zürich eingeladen, nachdem die Menschenrechtlerin Felicia Langer ausgeladen worden war. Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung hat Broder am 15.05.2007 zu einer Lesung seines Buches nach Potsdam eingeladen. Broder wurde für den Liberty-Award 2007 nominiert und er erhält den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Der einzige Juror, Focus-Chef Helmut Markwort, schrieb in der Begründung: "Broder ist ein Ludwig Börne von heute: ein freier Geist, der leidenschaftlich und feurig schreibt, oft polemisch und ohne Rücksicht auf 'political correctness', aber immer unabhängig und überraschend."28 Man könnte demnach auch George Bushs Redenschreiber diesen Preis verleihen, oder auch Ernst Zündel. Ein freier Geist, der leidenschaftlich und feurig schreibt, oft polemisch und ohne Rücksicht auf "political correctness", aber immer unabhängig und überraschend. Passt auch gut auf Adolf Hitler ...

Broder wird meist im Zusammenhang mit seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem deutsch-jüdischen Verhältnis gewürdigt. Seine Angriffe auf Muslime, Araber und auch Einzelpersonen fallen dabei offenbar nicht ins Gewicht. Trotz der Kritik, die zu dieser Preisverleihung und auch zu der Podiumsdiskussion in Zürich vor allem im Internet geäußert wurde, stellen diese Stationen insgesamt eine öffentliche Aufwertung dar.

Zu seinen extremen politischen Äußerungen kommen die zahllosen, oft öffentlichen, persönlichen Beleidigungen, mit denen Broder seine Kritiker bedenkt und die fast schon sprichwörtliche Klagewut. Bevorzugt wendet er sich gegen Leute, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Sehr oft und mitunter wahllos wirft er seinen Kritikern grundsätzliche Judenfeindlichkeit vor.

Er gilt wohl vielen mit all dem als Rebell, wie man zum Beispiel in Internetkommentaren sehen kann. Leute, die den Islam und die Muslime nicht mögen, solidarisieren sich mit ihm und freuen sich über seine Ausfälle. Dabei ist schwer nachzuvollziehen, wieso die mangelnde Rücksicht auf "political correctness" als Wert an sich dargestellt wird. Terroristen sind auch nicht politisch korrekt, aber man würde das nicht positiv hervorheben. Mit aller Härte zurückschlagen, auch bevor man angegriffen wird, ohne Rücksicht auf die allgemeine Ordnung, dies ist, was Broder propagiert und in Anspruch nimmt, und zwar exklusiv für die Gruppen, mit denen er sich identifiziert: Israel, Judentum, Westen. In dieser Haltung unterscheidet er sich kaum von den Terroristen, die er in seinen Polemiken beschreibt.

Eine wirkliche öffentliche Kritik findet kaum statt. In der taz hat es in letzter Zeit Stimmen gegeben, die auf das Augenzwinkern mehr und mehr verzichten und die die Gefahren ansprechen, die von diesem Journalisten ausgehen. Daniel Bax schrieb: "Solche Thesen war man bislang nur von der extremen Rechten gewohnt. Aber da sich Henryk M. Broder gerne eine Narrenkappe aufsetzt und unterhaltsam schreiben kann, sehen viele gerne darüber hinweg."29 Der erwähnte Knut Mellenthin schrieb unter anderem in der jungen Welt über ihn. In der Internetgemeinde gibt es diese Kritik, denn dagegen kann keiner etwas tun. In den Mainstream ist die Kritik noch nicht gelangt.

Fragen wir uns, warum jemand, der eine Weltreligion und Kultur so abwertend und stereotyp darstellt, eine solche Akzeptanz in der Öffentlichkeit findet. "Islamistischer Terror"/"islamischer Terror" ist das Thema zahlreicher deutscher und nichtdeutscher Bucherscheinungen der letzten Jahre. Bücher, die die dunkle Seite des Islam sichtbar machen und so weiter. Broder, dessen neues Buch sich durch die oben beschriebene Publicity offenbar gut verkauft, trifft also auf einen Markt. Wenn man berücksichtigt, dass es seit jeher stets eine Bevölkerungsgruppe/Ideologie gab, die als Buhmann für die Mehrheit herhalten musste, kommt man fast automatisch auf den Islam als Objekt. Die in der Bevölkerung zweifellos vorhandenen Ressentiments gegen "das Andere" haben sich einst gegen Juden gerichtet. Das ist heute in der Öffentlichkeit nicht mehr möglich, weil es sofort und massiv geächtet wird. Abgelöst wurden die Juden von den Kommunisten, die bis zum Zusammenbruch des sowjetischen Staates und der Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik diese Rolle spielen mussten, wobei ein alternatives Türken- und Ausländerfeindbild zur Verfügung stand. Heute steht der Islam fast konkurrenzlos da.30

Islam und Terror, das ist zu einem Begriffspaar geworden. Liegt das vielleicht daran, dass tatsächlich Terrorismus und der muslimische Glaube zusammengehören? Viele denken leider so und nennen die Beispiele von Terrorakten, die von Menschen ausgeführt wurden, die diesem Kulturkreis entspringen und die in den Medien weiträumig thematisiert werden. Jüdischer Terror oder christlicher kommen im Diskurs aus definitorischen Gründen nicht vor. Ähnlich hat es Broder formuliert, als er von Terror als einem Mainstream-Phänomen des Islam sprach (siehe oben), während er im Judentum und im Christentum marginal sei. Er nennt Baruch Goldstein, den Juden, der aus religiösen Gründen Dutzende muslimischer Gläubiger in einer Moschee ermordete. Er nennt nicht den Goldstein-Kult, der bis heute in Israel blüht. Er spricht auch nicht von den gewalttätigen Übergriffen jüdischer Siedler, die illegal auf palästinensischem Boden leben und die einheimische Bevölkerung regelmäßig terrorisieren. Jedes Jahr zur Olivenernte gibt es Probleme mit bewaffneten Siedlern, die sich benehmen wie die Axt im Walde. Die ultrareligiöse Siedlungsbewegung ist für gewalttätiges Verhalten bekannt, auch innerhalb der israelischen Gesellschaft. In unseren Nachrichten kommt das nicht vor. Schon gar nicht unter dem Begriff "jüdischer Terrorismus". Niemand in unserem Mainstream würde auf die Idee kommen, im Judentum den Keim der Gewalt zu sehen, die bei Siedlern manifest ist. Niemand in unserem Mainstream sieht in den Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee etwas Jüdisches. Oder in den Menschenrechtsverletzungen der US-amerikanischen etwas Christliches. Dabei wird von der israelischen beziehungsweise amerikanischen Regierung das Christliche und das Jüdische selbst als Argument verwendet. Bush redet gern über das Christentum und seine Verwurzelung darin, Israel beruft sich bei seiner Politik auf das Alte Testament. Die Verbindung zwischen Gewaltpolitik und Religion wird jedoch in unserem Mainstream allein dem Islam zugeschrieben. Es ist mehr als deutlich, dass es sich um einen Diskurs mit Sündenbock handelt. Vielleicht kann es deshalb bei Broder keinen säkularen Islam geben, denn sonst könnte man ebenso wenig von islamischem wie von jüdischem Terror sprechen.

Fazit

Als säkulare Gesellschaft kann man das religiös Motivierte und das religiös Verkleidete in der eigenen Politik und Kultur als Marginalie betrachten, von sich selbst wegschieben und im Anderen entdecken. Es ist eine prinzipielle Ungleichheit im Diskurs, die zu den Stereotypen führt, die von Broder und anderen zu persönlichen und zu politischen Zwecken genutzt werden. Wenn es also einen Prozess der Kapitulation gibt, dann ist es die Kapitulation vor diesem ungerechten Diskurs. Eine Kapitulation vor der Politik der Kollateralschäden und Kollektivstrafen. Eine Kapitulation vor Angriffskriegen, vor blinder Israelsolidarität, vor Menschenrechtsverletzungen und vor Journalisten, die all das rechtfertigen und fördern.

Die These vom Prozess der Kapitulation des Westens vor "dem islamischen Terrorismus", die einen anti-islamischen Handlungs-Imperativ nahelegt, ist stark suggestiv, unwissenschaftlich und sie schürt Konflikte und Feindbilder. In ihrer Gesamtheit sind Henryk Broders Äußerungen über den Islam, die Muslime und Araber meiner Ansicht nach nicht durch die Meinungsfreiheit abgedeckt. Sie beleidigen mich auch persönlich. Ich frage mich zudem, ob Broder mit seinen offensichtlichen Relativierungen des Grundgesetzes den Verfassungsschutz interessiert.

Dass er nach wie vor von der Öffentlichkeit in Schutz genommen beziehungsweise mit einem Lächeln oder ohne toleriert wird, ist nicht angemessen. Diese Einstellung mag spielverderberisch erscheinen, das ändert aber nichts an den oben aufgeführten Tatsachen. Der Fall Broder zeigt, dass öffentliche Ächtungen nur in bestimmte Richtungen vorgenommen werden (Islam, Neonazis), während andere Gruppen fast absolute Freiheiten genießen. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem jemand wegen islamfeindlicher Aussagen aus dem Diskurs geflogen wäre. Andererseits gibt es zum Beispiel keinen einzigen in Deutschland lebenden Palästinenser, der im Bewusstsein der Öffentlichkeit steht. Ein Zufall?

Schließlich: Seltsame Meinungen wie Broders gibt es viele, dass man aber mit so etwas bei uns Geld verdienen kann, ist schon bitter für das Land der Dichter und Denker. Das Problem ist eben nicht Broder, es ist die Gesellschaft, die ihn zulässt.


Siehe auch: Pressezeit (4): Henryk M. Broder (Satire)
Und: Schriftwechsel im Dezember 2006

Fußnoten:
1: Ausgabe 13/2007 (zurück)
2: "Hurra, wir kapitulieren", S.13, auch Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", 14.08.2006, www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-2,00.html (zurück)
3: www.planet-interview.de/interviews/pi.php?interview=broder-henryk-24012007 (zurück)
4: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2 (zurück)
5: "Hurra..." S.116 (zurück)
6: z.B. Planet-Interview, siehe 3 (zurück)
7: www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,424012,00.html (zurück)
8: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2 (zurück)
9: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2 (zurück)
10: Planet-Interview, siehe 3 (zurück)
11: 14.07.2006, "Europa wird anders werden", http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653 (zurück)
12: www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-3,00.html (zurück)
13: 23.03.2007, www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,473354,00.html (zurück)
14: http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653 (zurück)
15: 28.06.2006, www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,424012,00.html (zurück)
16: http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653 (zurück)
17: selbe Quelle, siehe 16 (zurück)
18: 07.07.2006, www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=2732&ref=0 - In diesem Artikel werden übrigens ich und einige andere Networker "Knallchargen" genannt. (zurück)
19: 17.03.2005, Jüdische Allgemeine (zurück)
20: Alle Zitate www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,442645,00.html (zurück)
21: www.knutmellenthin.de/artikel/aktuell/aktuelle-artikel/broders-kampf-gegen-den-untergang-des-abendlandes-112007.html Auch Knut wurde, wie fast alle seiner Kritiker, von Broder öffentlich diffamiert, unter dem Beifall der Fans. (zurück)
22: www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-2,00.html (zurück)
23: www.henryk-broder.de/html/tb_europa.html (zurück)
24: Planet-Interview, siehe 3 (zurück)
25: www.henryk-broder.de/html/fr_wunder.html (zurück)
26: http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653 (zurück)
27: 09.01.2007, www.tagesspiegel.de/meinung/archiv/09.01.2007/3009760.asp (zurück)
28: Tagesspiegel 31.01.2007, www.tagesspiegel.de/kultur/nachrichten/henryk-m.-broder-ludwig-boerne-preis/90390.asp, siehe auch Alfred Grosser: "Falsche Wahl: Henryk M. Broder hat den Börne-Preis nicht verdient. Beleidigung des Humanismus", 03.02.2007, www.taz.de/pt/2007/02/03/a0193.1/text (zurück)
29: 18.11.2006, www.taz.de/pt/2006/11/18/a0229.1/text (zurück)
30: Die Regierungen der militärisch/psychologisch mächtigsten Staaten haben durch Aktionen wie Angriffskriege und unverhältnismäßige Gewalt zu weiteren Ressentiments geführt. Diese top-down-Bewegungen sind gesondert zu betrachten. (zurück)