.::Henryk M. Broder::.
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Teil 1: Psychologische Kriegführung
Henryk M. Broder und die »Lust am Einknicken«. Kampfansage an 1,5 Milliarden
Moslems
Von Knut Mellenthin
Ohne lange um Erlaubnis zu fragen, wirft sich der Autor sofort auf die Couch,
und Sekunden später offenbart er uns gnadenlos sein Problem: »Um ein Haar wäre
auch ich ein Terrorist geworden. Alle Voraussetzungen waren gegeben.« (S. 7) –
»Ich wäre der idealtypische Amokläufer gewesen.« (S. 8) – Aber es konnte aus
dieser Traumlaufbahn nichts werden, »weil mir schon im Biologieunterricht beim
Sezieren eines Regenwurms schlecht wurde. Da ich nicht Terrorist werden konnte,
blieb mir nichts anderes übrig, als Journalist zu werden.« (S. 9)
Eine vermutlich gar nicht so seltene Berufsentscheidung von idealtypischen
Amokläufern, die kein Blut sehen können und die es aus irgendwelchen Gründen
nicht in die Politik zieht. Der Spiegel-Journalist Henryk Broder hat ein Buch
von der »Lust am Einknicken« geschrieben. Gemeint ist die »vorauseilende
Selbstaufgabe« Europas vor den moslemischen Horden – die von den europäischen
Politikeliten und Medien bereitwillig hingenommene, ja sogar feige
vorangetriebene »Transformation Europas in einen islamischen Kontinent«. Es geht
also um ein Phantom, das wenig mit der Wirklichkeit und viel mit der Produktion
von Wahnvorstellungen und Hass zu tun hat.
In Deutschland ist Broders Buch ein Bestseller. Wäre es in Ländern wie
Großbritannien oder Frankreich erschienen, hätte man dort von den 167 Seiten
überhaupt nicht Notiz genommen. Das Thema wird da schon seit einigen Jahren von
Autoren mit erheblich größerem geistigen Tiefgang bearbeitet. Deutschland steht
auch hier wieder einmal deutlich unter dem Weltniveau.
»Eurabische Alpträume«
Das Kultbuch der Kämpfer gegen die vermeintliche islamische »Überfremdung« hat
vor zwei Jahren die britische Historikerin Gisèle Littman, bekannter unter ihrem
Künstlernamen Bat Ye'or, veröffentlicht: »Eurabia – The Euro Arab Axis«. Die
Autorin hat den Begriff »Eurabia« zwar nicht erfunden, wohl aber dessen
Anwendung als Schimpfwort für die »Islamisierung« Europas. Sie behauptet, daß
seit der so genannten Ölkrise von 1973 eine geheime Verschwörung zwischen den
europäischen und arabischen Eliten bestehe. Europa habe sich dadurch vom Bündnis
mit den USA gelöst und sei »in den arabisch-islamischen Einflussbereich
übergewechselt«. Deshalb führe Europa, so Bat Ye'or, einen »versteckten Krieg
gegen Israel«. Als hervorragenden Beweis nennt sie, dass die Europäer die
Forderung nach einem Palästinenserstaat akzeptieren.
Die in dieser Szene herrschende Geisteshaltung zeigt sich in
reißerisch-wahnhaften Artikelüberschriften wie »How Europe Died« (Wie Europa
starb), »While Europe Slept« (Während Europa schläft), »Europe's Suicide?«
(Europas Selbstmord?), »The Slow Death of Europe« (Der langsame Tod Europas), »Eurabia
is no Fairytale« (Eurabia ist kein Märchen), »The Rapid Islamization of Europe«
(Die rapide Islamisierung Europas), »Eurabian Nightmares« (Eurabische
Alpträume), »Goodbye Europe, Hello Eurabia«, »The Muslim Brotherhood's Conquest
of Europe« (Die Eroberung Europas durch muslimische Bruderschaften) oder »Why
Al-Qaeda Will Dominate the European Union« (Weshalb Al Qaida die EU dominieren
wird). Im Zentrum dieser Weltanschauung steht die im 19. Jahrhundert entstandene
vulgärdarwinistische Theorie vom ewigen Kampf der Rassen und Kulturen, in dem
die Schwachen untergehen und die Stärkeren über kurz oder lang die
Weltherrschaft an sich reißen. Und da der Westen »schwach, dekadent und nicht
einmal bedingt abwehrbereit« ist (Broder, S. 24), hat er gegenüber dem Islam
bereits das Handtuch geworfen. Kapitulation besteht nach Ansicht dieser Szene
schon darin, wenn man das historische Faktum eines islamischen Anteils an der
europäischen Kulturgeschichte anerkennt. Einige Autoren gehen sogar so weit, die
Kreuzzüge als legitime Verteidigung zu rehabilitieren.
Historisch gesehen hat die Theorie vom Kampf der Rassen und Kulturen um die
Weltherrschaft immer dazu gedient, das eigene aggressive Machtstreben zu
legitimieren, indem man es als gerechte, überlebensnotwendige, vom Gegner
aufgezwungene Selbstverteidigung darstellt. Auch heute geht es im Kern um nichts
anderes. Die Vorstellung, dass die Moslems nach der Weltherrschaft streben, mag
zwar in den Köpfen einiger Fundamentalisten vorhanden sein. Sie ist aber sehr
weit von der Realität entfernt. Tatsache ist vielmehr, dass der in der NATO
vereinigte Westen einen eskalierenden Angriffskrieg gegen die moslemische Welt
führt. Schauplätze sind heute schon Afghanistan, Irak, Libanon, die von Israel
besetzten Palästinensergebiete. Eine Ausdehnung auf Somalia, Iran, Pakistan
zeichnet sich ab. Dieser Krieg kostet Hunderttausende Menschenleben, verwüstet
und destabilisiert die angegriffenen Länder nachhaltig und richtet sie für einen
unabsehbar langen neokolonialen Status zu.
Rassistische Vorurteilsbildung
Henryk Broder hat für den Irak-Krieg geworben, und er fordert jetzt von den
Europäern, sie müssten den USA und Israel bei der »Entwaffnung der Mullahs«, also
beim geplanten Krieg gegen Iran, helfen. In diesem militärstrategischen Kontext
ist sein Buch »Hurra, wir kapitulieren« ein Beitrag zur rassistischen
Vorurteilsbildung gegen die Moslems und ihre Religion, den Islam. Die
Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus verhöhnt Broder als »feinsinnig«
(S. 11), was in seinem Sprachgebrauch soviel wie »schwachsinnig und völlig
überflüssig« bedeutet. Wer differenziert, der kapituliert im Grunde schon,
lautet die Botschaft. Broder steigert sich noch mit dem Kalauer, der Unterschied
zwischen Islam und Islamismus entspreche vermutlich dem zwischen Alkohol und
Alkoholismus (S. 53). Und er landet schließlich bei der von ihm offensichtlich
geteilten Unterstellung, »daß der Islamismus den Islam nicht missbrauchen,
sondern ihn wörtlich nehmen könnte« (S 54). Wer ist schuld, wenn moslemische
Kinder ihre deutschen Mitschüler beschimpfen und verprügeln? Der Islam. Der
umgekehrte Fall taucht in Broders Buch selbstverständlich gar nicht erst auf.
Ein ganzes Kapitel über Gewalttätigkeiten an deutschen Schulen beruht auf der
absurden Prämisse, daß Streitereien und Handgreiflichkeiten ausschließlich von
moslemischen Kindern und Jugendlichen ausgehen. Broders Erklärung: Sie sind von
ihren Eltern im Geist der Intoleranz und der Verachtung Andersgläubiger erzogen
worden.
Nach diesem Muster reiht der Autor völlig einseitig Fallbeispiele aneinander,
von denen die meisten ursächlich kaum etwas mit dem Islam zu tun haben, um seine
Grundthese vom unvermeidlichen »Clash of Civilizations« zu untermauern. Den der
Westen nach Ansicht Broders schon verloren hat: »Der freie Westen, der sonst bei
jedem Hakenkreuz auf einer Hauswand ›Wehret den Anfängen!‹ ruft, hat gezeigt,
dass er der islamischen Offensive nichts entgegenzusetzen hat.« (S. 20) Das
könnte auch in einem NPD-Flugblatt stehen.
Ein Beispiel für Broders Methode der akkumulativen Vorurteilsbildung: »Im Januar
2006 forderten drei Moslem-Väter von Mädchen an einer Linzer Volksschule die
Einführung des Kopftuches – für Lehrerinnen.« (S. 47) Die Väter, zwei Bosnier
und ein Tschetschene, weigerten sich laut Broder auch, die Lehrerinnen mit »Sie«
anzureden, weil sie als Frauen keinen Respekt verdienten. Falls die Geschichte
sich wirklich so zugetragen haben sollte – was bei Broder schwer zu beurteilen
ist, da er konsequent auf die Nennung von Quellen verzichtet –, handelt es sich
um drei Exzentriker mit einem außerordentlich flegelhaften Benehmen. Über
Moslems in Europa sagt uns der völlig untypische Einzelfall genau genommen gar
nichts. Und über die unterstellte europäische »Lust am Einknicken« ebenso wenig.
Ein weiteres Beispiel: In Spiegel Online schrieb Broder am 4. Januar in einer
Aufzählung angeblicher moslemischer Verrücktheiten, mit denen in Europa viel zu
verständnisvoll umgegangen werde: »Aus Oberösterreich wurde bekannt, dass zwei
Mütter muslimischer Schüler gegen die Benutzung des Kreuzes als Pluszeichen bei
Rechenaufgaben protestierten – ein christliches Symbol sei ihren Kindern nicht
zumutbar.«
Tatsache ist, dass in allen moslemischen Ländern das international übliche
Pluszeichen in Kreuzform verwendet wird. Das einzige Land, das aus ideologischen
Gründen ein eigenes Pluszeichen kreiert hat – in Form eines auf den Kopf
gestellten T – ist Israel.
Die Geschichte aus Oberösterreich ist also bestenfalls völlig atypisch und
belanglos. Kein vernünftiger Mensch würde aus dem Auftauchen eines
Geisterfahrers auf der Autobahn schlussfolgern, dass sich in Deutschland der
Linksverkehr durchsetzt und die Polizei bereits kapituliert hat. Einiges deutet
außerdem darauf hin, dass der Vorfall mit den beiden Müttern nur ausgedacht ist.
Er fand sich zuerst am 22. Dezember vorigen Jahres in einer moslemfeindlichen
Glosse der österreichischen Tageszeitung Die Presse – ohne Angabe des Ortes,
ohne jedes Detail und ohne Quelle. Andere österreichische Medien scheinen von
dem angeblichen Vorfall keine Notiz genommen zu haben. Noch am selben Tag stand
die fragwürdige Meldung auf der Webseite »Politically Incorrect«, die
hemmungslose Antimoslemhetze mit blindem proisraelischen Hurra-Patriotismus
verbindet. Seither geistert die angebliche Geschichte aus Oberösterreich durch
die einschlägigen Blogs, zusammen mit aggressiv rassistischen Kommentaren, in
denen sich selbsternannte Herrenmenschen über die unterstellte Dummheit der
Moslems lustig machten. Motto: selbst schuld, wenn sie nichts lernen wollen!
Seit dem 11. September 2001 ist Anti-Islamismus in USA und Europa in Mode
gekommen. Mittlerweile widmen sich auch zahlreiche deutschsprachige Websites der
schmutzigen Aufgabe, wahre, verfälschte oder erfundene »Nachrichten aus der
moslemischen Welt« zu verbreiten, die die Moslems als Ignoranten mit ständig
hoher Gewaltbereitschaft brandmarken sollen. Darunter ist seit einigen Wochen
auch der Internetauftritt des Vereins »Pax Europa«, der sich nach eigenen Worten
»die Aufklärung der Öffentlichkeit über die schleichende Islamisierung Europas«
zur Aufgabe gestellt hat. Der Verein »richtet sich nicht gegen den Islam oder
gegen Muslime«, sondern »tritt vielmehr für den Erhalt des christlich-jüdisch
geprägten europäischen Werteverbundes ein«, heißt es auf der Homepage von »Pax
Europa«. Dieses hehre Ziel erfordert es offenbar, die Öffentlichkeit ständig
über jeden einzelnen durchgeknallten Moslem zu unterrichten. Wie etwa über
»manche Muslime«, die sich im Krankenhaus weigern, ihre Hände mit
Desinfektionslösung zu reinigen – wegen des darin enthaltenen Alkohols.
Abgeschrieben aus der Sun, dem britischen Gegenstück der Bild-Zeitung.
Verantwortlich für »Pax Europa« ist der fragwürdige Sensationsjournalist Udo
Ulfkotte, »Sicherheitsexperte« und Autor des Buches »Der Krieg in unseren
Städten« (2003).
Fahr nicht mit dem Moslem!
Wer gern bis zur Schleudertrauma-Grenze den Kopf über verrückte Moslems
schüttelt, kommt auch auf der von Henryk Broder und einigen seiner Freunde
edierten Webseite »Die Achse des Guten« immer wieder voll auf seine Kosten.
Nachprüfbar sind die Geschichten meist nicht, oft stammen sie aus tendenziösen
Quellen wie »Sharia Watch«. Dort erfährt man beispielsweise, dass es im
kanadischen Vancouver moslemische Taxifahrer gibt, die sich weigern, Blinde mit
ihrem Hund zu transportieren, weil Hunde im Islam als unrein gelten.
(18.11.2006) Wer schon mal versucht hat, in Deutschland mit einem großen Hund
ein Taxi zu besteigen, weiß allerdings, dass das kein ausschließlich religiöses
Problem ist.
Wie unverschämt und intolerant sich moslemische Taxifahrer benehmen, zeigt sich,
laut »Achse des Guten«, auch daran, dass einige von ihnen am Flughafen von
Minneapolis (USA) keine Fahrgäste befördern wollen, die Alkohol bei sich haben
(29.9.2006). Vielleicht hat das in Wirklichkeit weniger mit dem Koran als mit
den teilweise absurd strengen Anti-Alkohol-Gesetzen vieler US-Bundesstaaten zu
tun, aber so genau will das einschlägig interessierte Publikum es gar nicht
wissen.
Ein Potpourri wahrer oder erfundener Einzelfälle mit geringem Informationsgehalt
addiert sich zu zwei generellen Botschaften: 1. Moslems sind ignorant und
intolerant. 2. Wir lassen uns von den Moslems viel zuviel gefallen. Gleich zu
Beginn seines Buches schreibt Broder, es gehe »um 1,5 Milliarden Moslems in
aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein und unvorhersehbaren Reaktionen
neigen« (S. 13). »Unvorhersehbare Reaktionen« meint im Kontext, da ist gar kein
Zweifel möglich, alle Arten von Gewalttätigkeit, bis hin zum Terrorismus. – Wie
muss es im Kopf eines Menschen aussehen, der 1,5 Milliarden Individuen exakt
dieselben Eigenschaften zuschreibt? Menschen völlig unterschiedlicher Kulturen,
zwischen denen es riesige Unterschiede auch in religiöser Hinsicht gibt. So weit
wie Broder in diesem Punkt gehen selbst ganz wilde Rassisten in der Regel nicht.
Und weit und breit kein guter Freund, kein professionell arbeitender
Verlagslektor, der dem Autor im eigenen Interesse zur Mäßigung geraten hätte?
Als Modell für die allen 1,5 Milliarden Moslems der Welt unterstellte Verbindung
von »chronischem Beleidigtsein« und »unvorhersehbaren Reaktionen« gelten Broder
die Proteste gegen die dänischen Mohammed-Karikaturen. Er schreibt: »Millionen
von Moslems, die keine Gelegenheit hatten, auch nur einen Blick auf die
Zeichnungen zu werfen, und die nicht einmal wissen, wo Dänemark liegt,
demonstrieren gegen die Kränkung des Propheten, angefeuert von Imamen, die eine
eigene Agenda haben.« (S. 18) – »Millionen«? Woher nimmt Broder das? Er verrät
es nicht. 100000, höchstens 150000 Demonstranten weltweit dürften der Realität
nahe kommen. Im Rückblick ist erstaunlich, wie klein die meisten der
Demonstrationen (Anfang Februar 2006) waren. In Jakarta, der Hauptstadt
Indonesiens (das Land mit der größten Moslembevölkerung der Welt), 300 Menschen.
2000 bis 5000 Protestierer in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch, einer Stadt
mit über sechs Millionen Einwohnern. Ungefähr ebenso viele in Islamabad, der
Hauptstadt Pakistans, einem Land, in dem es mehrere große islamistische
Oppositionsparteien gibt. Ein paar hundert Menschen im afghanischen Kabul. 3000
Demonstranten in Kairo, einer Stadt mit über 15 Millionen Einwohnern. Die
größten Proteste fanden in Beirut und in der marokkanischen Hauptstadt Rabat mit
jeweils etwa 20000 Teilnehmern statt. Letztere angeführt von pro-amerikanischen
Regierungsmitgliedern, die es nötig haben, gelegentlich zu zeigen, dass sie gute
Moslems sind.
Der von Broder breit ausgewalzte Karikaturenstreit ist ein zentrales, immer
wiederkehrendes Argument seines Buches. Die angebliche Überempfindlichkeit und
Reizbarkeit der Moslems an ihren Reaktionen auf Beleidigungen Mohammeds oder des
Koran zu messen, ist allerdings so total daneben, als würde man Juden der
Humorlosigkeit bezichtigen, weil sie über antisemitische Karikaturen nicht
lachen mögen. Daß es Kulturen wie die britische gibt, wo es, ohne daß dafür
Gesetze erforderlich wären, als ausgesprochen unzivilisiert gilt, andere
Menschen mutwillig zu verhöhnen und zu verletzten, ist Broder fremd und
unbegreiflich. Er kann den Verzicht der britischen Medien, die dänischen
Mohammed-Karikaturen nachzudrucken, nur als Feigheit und Kapitulantentum
missverstehen. Selbst ein offensichtlich rechtsextremer deutscher Rentner, der
Klopapier mit dem arabischen Schriftzug »Der heilige Koran« bedruckte und
verschickte, gilt Broder noch als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit, so wie er sie
versteht. (S. 33)
Moslemfeindlichkeit gibt es nicht
Die im Dezember vergangenen Jahres erschienene Studie »Muslims in the European
Union – Discrimination and Islamophobia«, herausgegeben vom European Monitoring
Centre on Racism and Xenophobia, konstatiert eine zunehmende
Moslemfeindlichkeit. Der Bericht beschreibt beispielsweise Hunderte Fälle von
Gewalt und Drohungen seit 2004, darunter Beschädigungen, Schmierereien und
Brandstiftungen an Moscheen und islamischen Zentren ebenso wie gewalttätige
Angriffe gegen Moslems. Die Verfasser der Studie beklagen, dass Großbritannien
das einzige europäische Land sei, das eine Hate-Crime-Liste veröffentlicht, in
der Übergriffe gegen Moslems gesondert ausgewiesen sind.
Ebenfalls im Dezember erschien die Studie »Deutsche Zustände« des Bielefelder
Soziologen Wilhelm Heitmeyer, der eine »steigende Islamophobie« in Deutschland
behauptet. Das Besondere: Während im allgemeinen Ausländerfeindlichkeit mit
höherem Bildungsrad abnimmt, treffe das für moslemfeindliche Einstellungen nicht
zu. Sie gelten offenbar auch bei Teilen des Bildungsbürgertums als schick. Die
freundliche Aufnahme, die Broders Buch bei den meisten Medien gefunden hat,
bestätigt diesen Befund. Hier und da schieße der Autor ein bisschen übers Ziel
hinaus, räumen viele Rezensenten ein, aber das sei doch gerade das Lustige,
Unterhaltsame. Die systematische Verbreitung von Ressentiments wird von
meinungsbildenden Teilen der deutschen Gesellschaft geschmäcklerisch konsumiert.
Man erinnert sich, dass für die gleichen Kreise ein Harald Schmidt in einer Zeit
zur Kultfigur wurde, als er keine Sendung ohne mehrere primitive polenfeindliche
»Witze« zu Ende gehen ließ. »Political Incorrectness«, das Spiel mit
rassistischen Klischees, steht in Deutschland wieder hoch im Kurs. Kaum jemand
wagt in den Mainstream-Medien noch einzuwenden, dass das Verbreiten von
Ressentiments schlichtweg unanständig und übrigens auch denkbar unintellektuell
ist.
Was Henryk Broder angeht: Feindselige Einstellungen, Gewalttaten und alltägliche
Diskriminierungen gegen Moslems kommen in seinem Buch an keiner Stelle vor. Sie
anzusprechen, würde offenbar die gradlinige Schwarz-Weiß-Propaganda – die
Moslems tanzen uns auf der Nase rum und wir Trottel lassen uns alles gefallen –
beschädigen und in Frage stellen. Denn was Broder ganz bestimmt nicht will, ist
eine sachliche Erörterung der Probleme mit all ihren Aspekten.
Immerhin, das Wort »Islamophobie« taucht in Broders Buch einmal auf. Auf Seite
116. Dort schmäht der Autor den Zentralrat der Juden in Deutschland, weil er
gemeinsam mit der Türkisch-Islamischen Union ein Symposion über »Antisemitismus,
Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit« veranstaltete. »Er gibt damit dem
Phantombegriff ›Islamophobie‹ den Anschein des Realen«, so Broders Vorwurf an
den Zentralrat. Das sollte sich auch der Zentralrat der Juden in Deutschland
hinter die Ohren schreiben. Was Broder nicht wahrhaben will, das gibt es nicht.
http://www.jungewelt.de/2007/01-17/020.php
Teil 2: „Prozess der Kapitulation“:
Henryk Broder als
gesellschaftliches Phänomen
Anis Hamadeh, 31.03.2007
Dieser Essay entstand als Reaktion auf den Spiegeltitel "Mekka
Deutschland", an dem Henryk Broder teilgenommen hat. Anhand von Zitaten werden
Broders Äußerungen zum Islam, zu Muslimen und Arabern, zu Rechtsstaat und zu
Israel dargestellt und untersucht, vor allem unter dem Aspekt der öffentlichen
Unterstützung, die eine Meinung wie seine erfährt. (32.000 Zeichen, ca. 5
Seiten)
Als eine nichtmuslimische Richterin in Frankfurt das Scheidungsgesuch einer
misshandelten Muslimin mit dem skandalösen Verweis auf ein Züchtigungsrecht im
Koran kommentierte, motivierte dies unter anderem das Wochenmagazin "Der
Spiegel" zu seinem umstrittenen Titel "Mekka Deutschland. Die stille
Islamisierung"1
. Henryk M. Broder beteiligte sich daran mit einem Artikel, der die poetische
Überschrift "Epidemie des Wahnsinns" trägt und einen Fortsatz seines aktuellen
Buches "Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken" darstellt. Broder
vertritt hier wie dort die These, dass radikale islamische Tendenzen Deutschland
und den Westen in einer Weise bedrohen, dass eine grundsätzliche und große
Gefahr für die Gesellschaft besteht.
Interessant am aktuellen Fall ist die Tatsache, dass die vermeintliche
Islamisierung ohne das Zutun von Muslimen auskommt. Mir ist kein Muslim bekannt,
der die Frankfurter Richterin zu ihrer Entscheidung gebracht hätte. Analoges
gilt für den Fall der Mozart-Oper "Idomeneo" und den "Kubus" des Künstlers
Gregor Schneider, mit dem der Broder-Artikel endet. Dieser Widerspruch
diskreditiert den Spiegel und wirft die Frage nach den soziologischen
Hintergründen solcher Artikel auf, deren Argumente weit über die entsprechenden
Sachverhalte hinausreichen. Am Beispiel des Grenzgängers Henryk Broder etwa
lässt sich das Versagen des rationalen Diskurses gut beobachten. Da dem
Mainstream anscheinend nicht bewusst ist, was dieser Journalist für Aussagen
trifft, habe ich einige gesammelt und kommentiert, die sich mit den relevanten
Fragen beschäftigen. Es handelt sich um repräsentative Zitate, was die
besprochenen Themen betrifft. Broder beschäftigt sich darüber hinaus mit vielen
anderen Gebieten und hat sich zu sehr unterschiedlichen Dingen geäußert.
Broders Meinung zum Islam, zu Muslimen und Arabern, zu Rechtsstaat und Israel
Welches sind die Hauptthesen Broders und welche Nischen besetzt er mit ihnen?
Zunächst einmal pauschaliert er öffentlich sämtliche Muslime in negativer Weise
und nennt "1,5 Milliarden Moslems in aller Welt, die chronisch zum Beleidigtsein
und unvorhersehbaren Reaktionen neigen."2
Im genannten Spiegel-Titel wiederholt er: "So wird das Stück 'Die beleidigten
Moslems und wir' seit rund 20 Jahren in verschiedenen Besetzungen aufgeführt."
Es geht also nicht um fanatische Extremisten, sondern um alle Muslime. Einen
prinzipiellen Unterschied zwischen gewalttätigen und nichtgewalttätigen Muslimen
erkennt Broder hier nicht. Im Planet-Interview vom 24.01.2007 erklärt er dazu:
"Sie können das Eine vom Anderen nicht trennen. Sie müssen sich fragen: Wenn der
Islam der Normalfall ist, also das Friedliche, zur Zusammenarbeit bereite
Nicht-Radikale, woher kommt dann der Islamismus? Wo ist dessen Basis, wenn nicht
im Islam?"3
Diese meiner Ansicht nach strafrechtlich durchaus relevante Position, die alle
Muslime aufgrund ihrer religiösen und kulturellen Zugehörigkeit als Terroristen
erscheinen lässt, wird im selben Interview mehrfach untermauert: "Der Moslem ist
erst mal kein Terrorist, der Moslem ist ein Gefangener seiner selbst. Was ihn
zum Terroristen macht, weiß ich nicht." Wir erinnern uns: Der Muslim als
solcher, der Jude als solcher und so weiter. Broder sieht religiös begründete
Gewalttaten auch im Judentum und Christentum, dort seien sie allerdings
marginal, "während sie im Islam Mainstream sind." Eine humanistische oder
positive Religion ist der Islam demnach nicht. Wer dies behaupte, begehe
Realitätsverweigerung: "Wie weit Realitätsverweigerung gehen kann, machte u. a.
das 'Wort zum Sonntag' vom 11. 2. 2006 klar, gesprochen von Burkhard Müller.
'Der Islam ist eine großartige Religion', sagte der Gottesmann, Minuten nachdem
in den 'Tagesthemen' brennende Fahnen, verwüstete Botschaften und 'Tod den
Ungläubigen' schreiende Gotteskrieger zu sehen waren. Woher kommt die
Entschlossenheit, Tatsachen zu leugnen oder sie so zurechtzubiegen, dass sie den
Blick auf die Wirklichkeit versperren?"4
Im Grunde muss man hier den Tagesthemen Vorwürfe machen, wo der Terror-Hype in
diesem Fall herkommt. Es passt ins Bild, dass Broder dabei die Existenz von
Islamfeindlichkeit in unseren Gesellschaften ganz bestreitet. Er spricht vom
"Phantombegriff 'Islamophobie'"5.
Bei diesen Äußerungen stützt sich Broder auf die These, dass es keinen säkularen
Islam gibt6.
Diese Behauptung ist so nicht richtig. Richtig ist, dass eine allgemeine
Aufklärung im westlichen Sinne in der islamischen Welt nicht stattgefunden hat
und dass Tendenzen in diese Richtung zum Leidwesen aller Beteiligten immer
wieder von innerhalb der muslimischen Gesellschaften blockiert und verhindert
worden sind. Andererseits ist zum Beispiel das Rechtssystem in den meisten
muslimischen Ländern nicht die Scharia, sondern es sind Mischformen, die unter
anderem französisches und anderes europäisches Recht einbeziehen. Säkulare,
laizistische Muslime, wie auch der Autor dieser Zeilen einer ist, gibt es genug.
Eine Tatsache übrigens, die Broder nicht bestreitet, was zeigt, dass "der Islam"
eine idée fixe für ihn darstellt, die durch Muslime nicht widerlegbar ist.
Ebenso gibt es klare Gewaltabsagen von muslimischer Seite, siehe etwa die
Websites
www.muslime-gegen-terror.de,
www.nindi.de,
http://zentralrat.de, oder in den USA
www.csidonline.org.
Solche Muslime stehen allerdings nicht im Rampenlicht und finden in ihrer
Haltung kaum öffentliche Beachtung, weil sie dem vorgefassten Bild nicht
entsprechen. Die selektive Wahrnehmung, auf die Broder immer wieder in seinen
Schriften verweist, trifft also auf ihn selbst zu. Es ist unbestritten, dass es
gewaltbereite Gruppen und antidemokratische Attitüden in muslimischen Kreisen
gibt und dass diese nicht akzeptabel sind. Vor allem dann, wenn sich autoritäre
Muster und Macho-Verhalten hinter so genannten Traditionen verstecken. Dem
beizukommen wird aber durch den Umstand erschwert, dass Muslime in westlichen
Öffentlichkeiten oft pauschal bewertet werden, wie eben von Broder und seinem
umfangreichen Fanclub, die dieses Spiel mit sportlicher Begeisterung betreiben.
Das Problem ist: Es ist kein Spiel.
Nicht nur der Islam, sondern auch die arabische Welt und speziell die
Palästinenser werden in Broders Generalisierung einbezogen. Im genannten
Planet-Interview heißt es: "Dass die islamische, also die arabische Kultur eine
höhere Akzeptanz von Gewalt hat, das ist doch offensichtlich." Hier wird zu
wenig differenziert, denn die Gewalt, die von westlichen Staaten - also nicht
einzelnen verirrten oder auch organisierten Terroristen - gegenüber arabischen
und muslimischen Ländern ausgeübt wird, ist enorm, und das führt zu Reaktionen.
Auch ist die etwa Todesstrafe kein speziell muslimisches Phänomen. Für
Terror-Akte werden bei Broder in Anlehnung an die Medienberichterstattung
kollektiv Gesellschaften beziehungsweise Regierungen verantwortlich gemacht, so
in einem Spiegel-Artikel vom 28.07.2006: "Bis jetzt haben die Palästinenser
selbstgebaute Kassam-Raketen mit geringer Reichweite aus Gaza nach Israel
gefeuert, worauf die Israelis mit 'gezielten Tötungen' reagierten, bei denen
allerdings meistens Unschuldige und Unbeteiligte ums Leben kamen."7
Als hätte die palästinensische Regierung oder Gesellschaft Kassam-Raketen
abgefeuert. Im selben Text heißt es: "Zudem ist das Wort 'Kompromiss' in der
arabischen Welt ein Fremdwort. Man setzt sich entweder durch oder geht
heldenhaft unter." Es handelt sich um unzulässige Verallgemeinerungen, wie auch
in einem Interview vom 14.07.2006, wo Broder über die arabische Welt sagt:
"Niederlagen und vor allem Kompromisse gibt es nicht. Die gesamte europäische
Verhandlungskultur aber geht zum Kompromiss hin; man trifft sich in der Mitte
und alle haben das Gesicht gewahrt. In der arabischen Welt ist schon der
Kompromiss ein Gesichtsverlust."8
Das stimmt einfach nicht und es schürt feindselige Gefühle bei vielen Lesern.
Gegen wen und was genau richtet sich die Aggression, die Broder in der
arabisch-islamischen Kultur ausmacht? Er nennt westliche Werte wie
Meinungsfreiheit und sexuelle Freiheit: "Es geht um Meinungsfreiheit, den Kern
der Aufklärung und der Demokratie, und um die Frage, ob Respekt, Rücksichtnahme
und Toleranz die richtigen Mittel im Umgang mit Kulturen sind, die sich
ihrerseits respektlos, rücksichtslos und intolerant gegenüber allem verhalten,
was sie für dekadent, provokativ und minderwertig halten, von Frauen in kurzen
Röcken bis hin zu Karikaturen, von denen sie sich provoziert fühlen, ohne sie
gesehen zu haben."9
Beim Widerstand in Palästina, so legt Broder nahe, gehe es gar nicht um die
Besatzung und Vertreibung, Enteignung und gezielte Tötung, sondern - man lese
und staune - um Mädchen. Dies legt er einem palästinensischen "Freund" in den
Mund, der ihm sagt: "Henryk, you know, it's not about the occupation, it's about
the girls."10
Es gehe auch darum, das unbefleckte Israel mit dem Bösen zu infiltrieren: "Es
wird ja oft gefordert, Israel solle endlich im Orient ankommen, sich seiner
Umgebung anpassen, also zur Diktatur werden und die Demokratie, die freien
Wahlen, die Gewaltentrennung abschaffen, die Frauen verkleiden, die Todesstrafe
und das Handabhacken einführen. Das wäre die totale Integration in den Nahen
Osten, und dann hätten die Juden vielleicht Chancen, von ihren arabischen
Verwandten willkommen geheißen zu werden. Aber das kann es natürlich nicht
geben."11
Ein weiteres Element macht seine Ansichten noch brisanter: Die vermeintliche
Nähe zwischen dem Islam und dem Nationalsozialismus. Broder sieht (auf Spiegel
Online!) "Parallelen, die nichts Gutes verheißen"12.
Auch sein immer wiederkehrendes Motiv von der "Appeasement-Politik" gegenüber
"dem Islam", das in jeder Rezension seines Hassbuches weitergetragen wird, zieht
diesen Vergleich. Man muss bei diesem Gedanken voraussetzen, dass es sich beim
Islam um eine Ideologie handelt, nicht etwa um eine der abrahamitischen
Religionen. Es wird bei Broder und den Seinen schlicht und einfach ein Hitler
gebraucht, um ein manifestes Objekt der Ablehnung zu haben, auf das ungehemmt
eingedroschen werden kann. Wir finden von Broder Analogien zwischen den Nazis
und der Hisbollah, die als Reaktion auf die israelischen Massaker im Libanon
1982 entstanden war13
und zwischen den Nazis und dem iranischen Staatspräsidenten: "Im Fall des
iranischen Staatspräsidenten halte ich es für etwas billig, mit Hitler zu
argumentieren, aber es ist trotzdem richtig, weil er natürlich Hitler gelesen
hat und kein dummer Mensch ist. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'Der
Spiegel' kam seine hitlersche Logik zum Ausdruck. Er ist ständig in der
Defensive: Er verteidigt sich gegen dunkle Mächte der Weltgeschichte, gegen den
Zionismus und das Judentum. Er hat diese Phänotypologie und Genotypologie der
verfolgenden Unschuld. Er ist die verfolgende Unschuld. Er ist unschuldig, und
er verfolgt alle. Das war genau Hitlers Attitüde. Deshalb ist in dem Fall der
Vergleich nicht verkehrt, aber es stimmt, er erfolgt fast im argumentativen
Notstand. (...) Die Situation ist anders, schlimmer als bei Hitler, weil wir
heute über alles Bescheid wissen."14
Sich unschuldig zu nennen und andere zu verfolgen ist ein Phänomen, das man
vielen vorwerfen kann. Mir fallen da einige ein. Im Prinzip ist es heutzutage
gar nicht so verkehrt, über Hitler nachzudenken, ihn aber lediglich aus einer
Position der elitären Unangreifbarkeit heraus als Etikettierung seiner
politischen Gegner zu verwenden, ist zu billig: Den hier mag ich nicht, seht es
ist Hitler, denn er mag mich auch nicht.
Die Einstellung des Alles oder Nichts in Verbindung mit latenter bis manifester
Gewaltbereitschaft von Muslimen und Arabern, die Broder konstatiert, führt ihn
zu der Konsequenz, den Rechtsstaat zu verlassen. In einem Interview im
Naumburger Tageblatt vom 16.10.2006 sagt er: "Die Idee, man könnte dem Terror
nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, übersteigt die Grenze zum
Irrealen." Und im Planet-Interview: "Kann uns der Rechtsstaat beim Umgang mit
Terroristen weiterhelfen? Broder: Nein. Der ist da vollkommen irrelevant."
Vollkommen irrelevant! Im selben Interview heißt es: "Langfristig denke ich,
wird sich der Islam einer Öffnung, einer Säkularisierung nicht entziehen können.
Nur, wollen Sie 400 Jahre warten?" Hier wird nahe gelegt, dass man nicht so
lange warten kann und also handeln muss, auch außerhalb rechtsstaatlicher
Normen.
In seinem bevorzugten Land Israel sieht er diesen Gedanken verwirklicht: "Dem
Judenstaat bleibt nichts anderes, als Härte zu zeigen."15,
und: "Israel verdankt seine Existenz seiner militärischen Überlegenheit. Wenn
diese nicht mehr existiert, wird auch Israel nicht mehr lange existieren.
Deswegen ist es idiotisch, wenn Israel zur Großzügigkeit aufgerufen wird, weil
es so stark und überlegen ist, denn es muss so sein. In der Tat setzt Israel
seine militärische Überlegenheit sehr besonnen und zurückhaltend ein. Die
Gegenseite würde das nicht so handhaben."16.
Die Vernichtung Israels durch Muslime und Araber sei sowieso auch von Europa
gewünscht, nach dem Motto des Alle-hassen-uns/mich: "Andererseits bin ich
überzeugt davon, dass vor allem Europa sich 'wünscht', dass der Konflikt im
Nahen Osten mit einer zweiten Endlösung enden möge - nicht auf der bewussten,
sondern auf der unbewussten Ebene. Wenn der Konflikt dort mit einer zweiten
Endlösung endet und die Araber die Israeli ins Meer treiben, wird die erste
Endlösung, die in Europa stattgefunden hat, im Abgrund der Geschichte
verschwinden."17
Das Argument der Judenverfolgung findet sich auch in seiner (satirisch?) so
genannten "Achse des Guten". "Die Juden" beschlossen demnach nach dem Zweiten
Weltkrieg, "aus der Geschichte auszusteigen und als Opfer nicht mehr zur
Verfügung zu stehen. Seitdem schlagen sie zurück, wenn sie angegriffen werden,
manchmal auch schon vorher."18
Broder plädiert also zumindest indirekt für eine Israelisierung der europäischen
Gesellschaften, um damit der vermeintlichen islamischen Gefahr zu begegnen.
Widersprüchliches in Broders Meinung
Die westlichen Werte, die Broder vom Islam fordert und die er selbst durch die
Aufgabe des rechtsstaatlichen Prinzips relativiert, werden in folgender
bekannten Aussage ad absurdum geführt: "Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter
als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre
lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen
gemacht haben. Täter haben meistens eine längere Lebenserwartung als Opfer und
es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein."19.
Ich bin nicht sicher, ob diese Worte eine heimliche Bewunderung für die Nazis
ausdrücken sollen oder etwas anderes. Dies ist das bislang härteste Zitat von
Henryk Broder und es ist noch nicht sehr alt. Wir dürfen also auf Steigerungen
gespannt sein.
Das wirklich Widersprüchliche bei Broder kommt zum Vorschein, wenn man sich klar
macht, dass er über die israelische Politik vollständig informiert ist. Der
weiß, wie die Situation für die Palästinenser ist. Als er am 15.10.2006 im
Auftrag seiner Majestät des Spiegel Online einen noch um einiges radikaleren
Zionisten interviewte, Dan Schueftan, unter dem ablenkenden Titel: "Die
Palästinenser schaden sich selbst mehr als uns!", sprach Broder als Fragesteller
in direkter Rede, geradeheraus: "Es ist trotzdem seltsam, dass ein Volk sich
nach 2ooo Jahren auf einen Eintrag im Grundbuch beruft, der von Gott geschrieben
wurde und dass es nicht nur fromme Juden tun, sondern auch säkulare wie Sie."
Broder sagte: "Die Siedlungspolitik hat die ganze Sache in eine ungute Richtung
geführt", und: "Im Oslo-Abkommen hat Arafat dem Terrorismus abgeschworen." Über
die Palästinenser: "Sie sind die Leidtragenden des Konflikts", und die
Signifikanz: "Weil es ein zentraler Konflikt ist, der die Welt seit fast 6o
Jahren beschäftigt." Broder weiß es. "Trotzdem kann Israel in diesem labilen
Zustand nicht ewig verharren. Daheim Demokratie, gegenüber den Palästinensern
Besatzungsmacht."20
Knut Mellenthin schrieb in diesem Zusammenhang über Broder zutreffend: "Er hat
in Wirklichkeit gar keine persönlichen Vorurteile gegen Moslems. Er spielt 'aus
übergeordneten Interessen' den Ausländerfeind, ohne wirklich einer zu sein. Das
macht sein Tun nicht besser, sondern schlimmer."21
Es passt nicht zu den oben zitierten Aussagen. Hier noch eine zur Erinnerung,
anlässlich des dänischen Karikaturenstreits: "Die Muslime haben bewiesen, wie
schnell und effektiv sie Massen mobilisieren können, und der freie Westen hat
gezeigt, dass er der islamischen Offensive nichts entgegenzusetzen hat - außer
Angst, Feigheit und der Sorge um seine Handelsbilanz. Nun wissen die Islamisten,
dass sie es mit einem Papiertiger zu tun haben, dessen Gebrüll nur vom Band
kommt."22
Broder, der von sich selbst seltsame Sachen sagt wie: "Es kann schon sein, dass
ich paranoid bin"23
und sich ohnehin als Laien bezeichnet ("Ich bin kein Islam-Spezialist."24),
gibt der Friedensbewegung Ratschläge, so als würde er sich dazuzählen: "Die
Friedensbewegung braucht ernstzunehmende Persönlichkeiten wie Petra Kelly in den
achtziger Jahren, die sich von Radikalen abgrenzen und für die Pazifismus nicht
nur ein politischer Kampfbegriff ist, der nach Bedarf gegen den Westen gerichtet
wird. Ein politischer Akteur, der für sich beansprucht, das Eintreten für die
Menschenrechte zu repräsentieren, wird unglaubwürdig, wenn er die Einhaltung
dieser Normen nicht auch von seinen Verbündeten einfordert."25
Dies ist keine selbstkritische Äußerung, vielmehr bleibt es dem Autor
offensichtlich verborgen, dass seine Aussagen das Gesamtbild eines verwirrten
Pseudo-Intellektuellen ergeben, der ein ungeklärtes Verhältnis zu Gewalt und zum
deutschen Grundgesetz hat. Wie zum Beispiel ist das Verhältnis zur Gewalt in
folgendem Zitat? "Ich finde, die Leute in Darfur sollten damit anfangen, ein
paar Botschaften abzufackeln. Das würde vielleicht die moralische Empörung in
Europa über den Völkermord ein bisschen beschleunigen."26
Es ist nicht ausreichend zu sagen, die Amerikaner haben eben auch Gewalt
benutzt, um Hitler umzunieten, denn die kontinuierliche US-amerikanische
Außenpolitik hat Hiroshima verursacht, dann Korea, Vietnam, muss man das alles
aufzählen? Sie hat sich gegen Hitler gewandt, weil sie dadurch Vorteile bekam
und nicht, weil Hitler so böse war. Sie hat ja auch Saddam aufgebaut und
hinterher wie einen Hitler verurteilt. Glaubt Broder vielleicht, das hätte etwas
mit Humanismus zu tun?
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Broder sich ausführlich mit dem Thema
der Meinungsfreiheit auseinandergesetzt hat. Die überregionale deutsche
Tageszeitung "Der Tagesspiegel" druckte kürzlich einen Artikel dazu, der
wiederum nicht selbstkritisch gemeint ist und in dem er unter anderem schrieb:
"Mit dem Recht, eine Meinung verbreiten zu können, verhält es sich so wie mit
den meisten Rechten, die auf einer unausgesprochenen Vereinbarung beruhen: Wenn
sie von allen wahrgenommen werden, schaffen sie sich selbst ab." Und: "Wenn
jeder Mensch jederzeit seine Meinung äußern kann, ohne einen Fuß vor seine Küche
setzen zu müssen, dann löst sich die Meinungsfreiheit in Kakophonie auf."27
Wenn sich Broder nach Petra Kelly sehnt, die sich im Grab umdrehen würde, wenn
sie Broders Äußerungen hören könnte, zeigt das jedenfalls, dass er früher einmal
humanistische Werte vertreten hat. So sagen es auch Leute, die ihn von damals
kennen. Demnach hat er in den 60er oder 70er Jahren ein oder zwei intelligente
Sachen gesagt. Irgendwann scheint er dann den Anschluss verloren zu haben. Bis
jetzt schweigt er über diese Zeit seiner Transformation. Es muss eine sehr große
Enttäuschung vorgelegen haben. Solange er darüber nicht spricht - dies ist meine
Einschätzung - wird man nichts anderes als das oben Gezeigte von diesem Mann
hören. Das ist im Grunde schade.
Broder als gesellschaftliches Phänomen
Extreme Meinungen wie die oben dargestellte gibt es viele, aber wenige werden
von der Öffentlichkeit getragen. Das Phänomen seiner Medien-Präsenz wirft ein
bezeichnendes Bild auf unsere Öffentlichkeit: Er hat es in den Medien zwar nicht
leicht, wird aber immerhin im Spiegel gedruckt, auf Spiegel Online, im
Tagesspiegel, in der Schweizer Weltwoche und er erscheint gelegentlich im
Fernsehen. Positiv rezensiert wurde sein aktuelles Hurra-Buch in der
Süddeutschen Zeitung ("erfrischende Polemik") und der Frankfurter Allgemeinen
Sonntagszeitung ("scharfsinnige Gesellschaftsanalyse"). Am 29.10.06 wurde er zu
einer Diskussionsveranstaltung der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft in Zürich
eingeladen, nachdem die Menschenrechtlerin Felicia Langer ausgeladen worden war.
Die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung hat Broder am 15.05.2007 zu einer Lesung
seines Buches nach Potsdam eingeladen. Broder wurde für den Liberty-Award 2007
nominiert und er erhält den diesjährigen Ludwig-Börne-Preis, der mit 20.000 Euro
dotiert ist. Der einzige Juror, Focus-Chef Helmut Markwort, schrieb in der
Begründung: "Broder ist ein Ludwig Börne von heute: ein freier Geist, der
leidenschaftlich und feurig schreibt, oft polemisch und ohne Rücksicht auf 'political
correctness', aber immer unabhängig und überraschend."28
Man könnte demnach auch George Bushs Redenschreiber diesen Preis verleihen, oder
auch Ernst Zündel. Ein freier Geist, der leidenschaftlich und feurig schreibt,
oft polemisch und ohne Rücksicht auf "political correctness", aber immer
unabhängig und überraschend. Passt auch gut auf Adolf Hitler ...
Broder wird meist im Zusammenhang mit seiner kritischen Auseinandersetzung mit
dem deutsch-jüdischen Verhältnis gewürdigt. Seine Angriffe auf Muslime, Araber
und auch Einzelpersonen fallen dabei offenbar nicht ins Gewicht. Trotz der
Kritik, die zu dieser Preisverleihung und auch zu der Podiumsdiskussion in
Zürich vor allem im Internet geäußert wurde, stellen diese Stationen insgesamt
eine öffentliche Aufwertung dar.
Zu seinen extremen politischen Äußerungen kommen die zahllosen, oft
öffentlichen, persönlichen Beleidigungen, mit denen Broder seine Kritiker
bedenkt und die fast schon sprichwörtliche Klagewut. Bevorzugt wendet er sich
gegen Leute, die sich für die Menschenrechte einsetzen. Sehr oft und mitunter
wahllos wirft er seinen Kritikern grundsätzliche Judenfeindlichkeit vor.
Er gilt wohl vielen mit all dem als Rebell, wie man zum Beispiel in
Internetkommentaren sehen kann. Leute, die den Islam und die Muslime nicht
mögen, solidarisieren sich mit ihm und freuen sich über seine Ausfälle. Dabei
ist schwer nachzuvollziehen, wieso die mangelnde Rücksicht auf "political
correctness" als Wert an sich dargestellt wird. Terroristen sind auch nicht
politisch korrekt, aber man würde das nicht positiv hervorheben. Mit aller Härte
zurückschlagen, auch bevor man angegriffen wird, ohne Rücksicht auf die
allgemeine Ordnung, dies ist, was Broder propagiert und in Anspruch nimmt, und
zwar exklusiv für die Gruppen, mit denen er sich identifiziert: Israel,
Judentum, Westen. In dieser Haltung unterscheidet er sich kaum von den
Terroristen, die er in seinen Polemiken beschreibt.
Eine wirkliche öffentliche Kritik findet kaum statt. In der taz hat es in
letzter Zeit Stimmen gegeben, die auf das Augenzwinkern mehr und mehr verzichten
und die die Gefahren ansprechen, die von diesem Journalisten ausgehen. Daniel
Bax schrieb: "Solche Thesen war man bislang nur von der extremen Rechten
gewohnt. Aber da sich Henryk M. Broder gerne eine Narrenkappe aufsetzt und
unterhaltsam schreiben kann, sehen viele gerne darüber hinweg."29
Der erwähnte Knut Mellenthin schrieb unter anderem in der jungen Welt über ihn.
In der Internetgemeinde gibt es diese Kritik, denn dagegen kann keiner etwas
tun. In den Mainstream ist die Kritik noch nicht gelangt.
Fragen wir uns, warum jemand, der eine Weltreligion und Kultur so abwertend und
stereotyp darstellt, eine solche Akzeptanz in der Öffentlichkeit findet. "Islamistischer
Terror"/"islamischer Terror" ist das Thema zahlreicher deutscher und
nichtdeutscher Bucherscheinungen der letzten Jahre. Bücher, die die dunkle Seite
des Islam sichtbar machen und so weiter. Broder, dessen neues Buch sich durch
die oben beschriebene Publicity offenbar gut verkauft, trifft also auf einen
Markt. Wenn man berücksichtigt, dass es seit jeher stets eine
Bevölkerungsgruppe/Ideologie gab, die als Buhmann für die Mehrheit herhalten
musste, kommt man fast automatisch auf den Islam als Objekt. Die in der
Bevölkerung zweifellos vorhandenen Ressentiments gegen "das Andere" haben sich
einst gegen Juden gerichtet. Das ist heute in der Öffentlichkeit nicht mehr
möglich, weil es sofort und massiv geächtet wird. Abgelöst wurden die Juden von
den Kommunisten, die bis zum Zusammenbruch des sowjetischen Staates und der
Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik diese Rolle spielen mussten, wobei
ein alternatives Türken- und Ausländerfeindbild zur Verfügung stand. Heute steht
der Islam fast konkurrenzlos da.30
Islam und Terror, das ist zu einem Begriffspaar geworden. Liegt das vielleicht
daran, dass tatsächlich Terrorismus und der muslimische Glaube zusammengehören?
Viele denken leider so und nennen die Beispiele von Terrorakten, die von
Menschen ausgeführt wurden, die diesem Kulturkreis entspringen und die in den
Medien weiträumig thematisiert werden. Jüdischer Terror oder christlicher kommen
im Diskurs aus definitorischen Gründen nicht vor. Ähnlich hat es Broder
formuliert, als er von Terror als einem Mainstream-Phänomen des Islam sprach
(siehe oben), während er im Judentum und im Christentum marginal sei. Er nennt
Baruch Goldstein, den Juden, der aus religiösen Gründen Dutzende muslimischer
Gläubiger in einer Moschee ermordete. Er nennt nicht den Goldstein-Kult, der bis
heute in Israel blüht. Er spricht auch nicht von den gewalttätigen Übergriffen
jüdischer Siedler, die illegal auf palästinensischem Boden leben und die
einheimische Bevölkerung regelmäßig terrorisieren. Jedes Jahr zur Olivenernte
gibt es Probleme mit bewaffneten Siedlern, die sich benehmen wie die Axt im
Walde. Die ultrareligiöse Siedlungsbewegung ist für gewalttätiges Verhalten
bekannt, auch innerhalb der israelischen Gesellschaft. In unseren Nachrichten
kommt das nicht vor. Schon gar nicht unter dem Begriff "jüdischer Terrorismus".
Niemand in unserem Mainstream würde auf die Idee kommen, im Judentum den Keim
der Gewalt zu sehen, die bei Siedlern manifest ist. Niemand in unserem
Mainstream sieht in den Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee etwas
Jüdisches. Oder in den Menschenrechtsverletzungen der US-amerikanischen etwas
Christliches. Dabei wird von der israelischen beziehungsweise amerikanischen
Regierung das Christliche und das Jüdische selbst als Argument verwendet. Bush
redet gern über das Christentum und seine Verwurzelung darin, Israel beruft sich
bei seiner Politik auf das Alte Testament. Die Verbindung zwischen Gewaltpolitik
und Religion wird jedoch in unserem Mainstream allein dem Islam zugeschrieben.
Es ist mehr als deutlich, dass es sich um einen Diskurs mit Sündenbock handelt.
Vielleicht kann es deshalb bei Broder keinen säkularen Islam geben, denn sonst
könnte man ebenso wenig von islamischem wie von jüdischem Terror sprechen.
Fazit
Als säkulare Gesellschaft kann man das religiös Motivierte und das religiös
Verkleidete in der eigenen Politik und Kultur als Marginalie betrachten, von
sich selbst wegschieben und im Anderen entdecken. Es ist eine prinzipielle
Ungleichheit im Diskurs, die zu den Stereotypen führt, die von Broder und
anderen zu persönlichen und zu politischen Zwecken genutzt werden. Wenn es also
einen Prozess der Kapitulation gibt, dann ist es die Kapitulation vor diesem
ungerechten Diskurs. Eine Kapitulation vor der Politik der Kollateralschäden und
Kollektivstrafen. Eine Kapitulation vor Angriffskriegen, vor blinder
Israelsolidarität, vor Menschenrechtsverletzungen und vor Journalisten, die all
das rechtfertigen und fördern.
Die These vom Prozess der Kapitulation des Westens vor "dem islamischen
Terrorismus", die einen anti-islamischen Handlungs-Imperativ nahelegt, ist stark
suggestiv, unwissenschaftlich und sie schürt Konflikte und Feindbilder. In ihrer
Gesamtheit sind Henryk Broders Äußerungen über den Islam, die Muslime und Araber
meiner Ansicht nach nicht durch die Meinungsfreiheit abgedeckt. Sie beleidigen
mich auch persönlich. Ich frage mich zudem, ob Broder mit seinen
offensichtlichen Relativierungen des Grundgesetzes den Verfassungsschutz
interessiert.
Dass er nach wie vor von der Öffentlichkeit in Schutz genommen beziehungsweise
mit einem Lächeln oder ohne toleriert wird, ist nicht angemessen. Diese
Einstellung mag spielverderberisch erscheinen, das ändert aber nichts an den
oben aufgeführten Tatsachen. Der Fall Broder zeigt, dass öffentliche Ächtungen
nur in bestimmte Richtungen vorgenommen werden (Islam, Neonazis), während andere
Gruppen fast absolute Freiheiten genießen. Mir ist kein Fall bekannt, bei dem
jemand wegen islamfeindlicher Aussagen aus dem Diskurs geflogen wäre.
Andererseits gibt es zum Beispiel keinen einzigen in Deutschland lebenden
Palästinenser, der im Bewusstsein der Öffentlichkeit steht. Ein Zufall?
Schließlich: Seltsame Meinungen wie Broders gibt es viele, dass man aber mit so
etwas bei uns Geld verdienen kann, ist schon bitter für das Land der Dichter und
Denker. Das Problem ist eben nicht Broder, es ist die Gesellschaft, die ihn
zulässt.
Siehe auch:
Pressezeit (4): Henryk M. Broder (Satire)
Und:
Schriftwechsel im Dezember 2006
Fußnoten:
1: Ausgabe 13/2007
(zurück)
2: "Hurra, wir kapitulieren", S.13, auch Spiegel Online Essay
"Wir kapitulieren!", 14.08.2006,
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-2,00.html
(zurück)
3:
www.planet-interview.de/interviews/pi.php?interview=broder-henryk-24012007
(zurück)
4: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2
(zurück)
5: "Hurra..." S.116
(zurück)
6: z.B. Planet-Interview, siehe 3
(zurück)
7:
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,424012,00.html
(zurück)
8: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2
(zurück)
9: Spiegel Online Essay "Wir kapitulieren!", siehe 2
(zurück)
10: Planet-Interview, siehe 3
(zurück)
11: 14.07.2006, "Europa wird anders werden",
http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653
(zurück)
12:
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-3,00.html
(zurück)
13: 23.03.2007,
www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,473354,00.html
(zurück)
14:
http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653
(zurück)
15: 28.06.2006,
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,424012,00.html
(zurück)
16:
http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653
(zurück)
17: selbe Quelle, siehe 16
(zurück)
18: 07.07.2006,
www.achgut.de/dadgd/view_article.php?aid=2732&ref=0 - In diesem Artikel
werden übrigens ich und einige andere Networker "Knallchargen" genannt.
(zurück)
19: 17.03.2005, Jüdische Allgemeine
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20: Alle Zitate
www.spiegel.de/politik/debatte/0,1518,442645,00.html
(zurück)
21:
www.knutmellenthin.de/artikel/aktuell/aktuelle-artikel/broders-kampf-gegen-den-untergang-des-abendlandes-112007.html
Auch Knut wurde, wie fast alle seiner Kritiker, von Broder öffentlich
diffamiert, unter dem Beifall der Fans.
(zurück)
22:
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,431929-2,00.html
(zurück)
23:
www.henryk-broder.de/html/tb_europa.html
(zurück)
24: Planet-Interview, siehe 3
(zurück)
25:
www.henryk-broder.de/html/fr_wunder.html
(zurück)
26:
http://europenews.blogg.de/eintrag.php?id=653
(zurück)
27: 09.01.2007,
www.tagesspiegel.de/meinung/archiv/09.01.2007/3009760.asp
(zurück)
28: Tagesspiegel 31.01.2007,
www.tagesspiegel.de/kultur/nachrichten/henryk-m.-broder-ludwig-boerne-preis/90390.asp,
siehe auch Alfred Grosser: "Falsche Wahl: Henryk M. Broder hat den Börne-Preis
nicht verdient. Beleidigung des Humanismus", 03.02.2007,
www.taz.de/pt/2007/02/03/a0193.1/text
(zurück)
29: 18.11.2006,
www.taz.de/pt/2006/11/18/a0229.1/text
(zurück)
30: Die Regierungen der militärisch/psychologisch
mächtigsten Staaten haben durch Aktionen wie Angriffskriege und
unverhältnismäßige Gewalt zu weiteren Ressentiments geführt. Diese
top-down-Bewegungen sind gesondert zu betrachten.
(zurück)