.::Die Kirche und die
Hexenverfolgung::.
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Die vom 13. bis ins 17. Jahrhundert gehende Hexenjagd ist eines der am häufigsten verdrängten Kapitel, der Kirchengeschichte. Es wird angenommen, daß Millionen Frauen als Hexen verbrannt, und ihre Überreste dann weggeworfen wurden.
Setzt man die Morde in Relation zu den Millionen Juden, die unter Hitler umgebracht wurden, so wird einem klar, daß die Frauenmorde um ein vielfaches schwerer wogen als die Judenmorde, da die Bevölkerungsdichte unter Hitler höher war als früher. Was Hitler aus rassistischen Motiven tat, taten die Päpste und Inquisitoren aus religiösen Motiven!
Die Entstehung des Hexenglauben:
Die Vorstellung von Hexen gab es schon bei den Mesopotamiern, den Griechen, den Römern und den Germanen. Aus all diesen Vorstellungen der Kulturen wurden Aspekte übernommen und zu dem Bild zusammengesetzt, daß man dann im Mittelalter größtenteils hatte.
Doch nur durch vier Aspekte konnte die Hexenverfolgung zu solch einer Mordmaschinerie werden:
(Die ersten beiden Punkte sind schon an anderer Stelle behandelt.)
2. Die Diskriminierung der Frau:
3. Der Teufels- und Dämonenglaube:
Daß die Kirche Zauberer und Hexen verfolgt hat, ist nicht immer so gewesen:
Vor dem 9. Jahrhundert hat die Kirche Hexen sogar geleugnet. Danach wurden die Frauen, denen Hexerei vorgeworfen wurde aus der Gemeinde entfernt. Doch mit der Zeit setzten sich die Lehren von Thomas von Aquin und Augustinus durch, die beide an die Existenz von Dämonen glaubten. Ins Rollen kam der Teufelsglaube und seine Verfolgung durch die Hexenbulle von Papst Innozenz VIII.
(1484-1492). Die beiden Inquisitoren Jacob Sprenger und Heinrich Institoris (=Krämer) hatten sich beim Papst beschwert, daß sie beim Ausüben ihrer Tätigkeit von den Laien und Geistlichen behindert würden. Der Papst gab daraufhin den Befehl zur Inquisition gegen „zauberische Personen“. Er sorgte dafür, daß die Inquisitoren freie Hand bezüglich der Angeklagten hätten.
4. Das Buch: „Der Hexenhammer“:
Im Hexenhammer findet man dann folgendes:
„Also schlecht ist das Weib, da es schneller am Glauben zweifelt, auch schneller dem Glauben abschwört, was die Grundlage für Hexerei ist.“
Zwischen 1258 und 1526 sind mindestens 47 päpstliche Erlasse gegen die Hexen erschienen. Es wurden Flugblätter hergestellt, die dafür sorgte, daß man sich geistig auf den Mord vorbereiten konnte. Es gab auch Fangprämien für Hexen.
Eine Hexenformel aus damaliger Zeit hieß:
„Du sollst so dünn gefoltert werden, daß die Sonne durch dich scheint.“
Bei dieser Vorbereitung wundert es einen nicht mehr, daß
1678 im Erzbistum Salzburg 97 Frauen wegen einer Viehseuche verbrannt wurden.
1630 fast 600 Menschen durch den Bamberger Bischof verbrannt wurden und sein Bruder, der Oberhirte von Würzburg sogar 1.200 Menschen umbrachte.
Es wurden im 17. Jahrhundert auf Druck des Kölner Bischofs sogar dreijährige Kinder verbrannt.
In der Nähe von Wolfenbüttel gab es dann soviel Verbrennungen, daß die Pfähle, an denen die Frauen starben, wie ein verkohlter Wald aussahen.
Noch im späten 18. Jahrhundert war ein evangelischer Bischof traurig, weil man in der neuen „freidenkenden Zeit“ keine angeklagten Hexen verbrannte.