.::Gewalt im Christentum::.
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Gewalt hat in der christlichen Tradition immer eine große Rolle gespielt:
Zu Anfang hatten die Christen eine tiefe Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben. Blut zu vergießen war in ihren Augen eine schwere Sünde, denn die Aufforderung war klar, einfach und deutlich:
„Du sollst nicht töten!“
Die ersten Christen beteiligten sich nicht an Gladiatorenkämpfen und weigerten sich dem Militär beizutreten, denn sie verstanden sich wie Jesus, als Boten des Friedens. Deswegen konnten und wollten sie unter keinen Umständen töten. Lieber ließen sie sich von den Römern für ihre Überzeugung umbringen.
Der heidnische Kaiser, Mörder und Kriegsherr Konstantin ließ, nachdem er, unter dem Zeichen des Kreuzes, an der Milvischen Brücke gesiegt hatte, die Nägel, mit denen man Jesus gekreuzigt hatte, in seinen Helm und in den Zaum seines Pferdes einarbeiten. Dies war eine ungeheuerliche Gotteslästerung für viele Christen. Doch nicht nur dieses. Dieser heidnische Kaiser erhob das Christentum zur Staatsreligion. Somit war er ihr weltlicher Herrscher. Nun waren sie Teil des Establishment. Sie hatten Besitz, Status und Macht. Diese Position galt es zu verteidigen.
Deswegen hörten sie auf Pazifisten zu sein.
War es am Anfang noch so, daß töten generell verboten war, so mußten Kaiser und Generäle kurze Zeit später nur Buße tun, wenn sie getötet hatten. Mit der Zeit verschwanden auch diese Prinzipien.
Doch nicht nur hier, sondern auch bei der Bekehrung von Menschen veränderte sich alles:
Die Kirche war ursprünglich gegen Gewaltanwendung bei der Bekehrung von Menschen und bei der Unterdrückung von Irrlehren.
Wie schnell sich alles geändert hat sieht man daran, daß Papst Leo der Große (440-461) den Kaiser dafür lobte, daß er für die Kirche Ketzer gefoltert und hingerichtet hatte.
Auch waren die Christen sehr schnell froh darüber, daß ihre Religion als einzige, im römischen Reich, nicht verfolgt wurde.
(Das muß niemanden verwundern, denn das Christentum verfolgte alle anderen Religionen, von dem Zeitpunkt an, an dem Konstantin es zur Staatsreligion erhoben hatte. Da war die Feindesliebe schnell vergessen!)
Während es bis zum Jahre 175 keinen einzigen christlichen Soldaten in der Armee gab, durften ab 416 nach einem Edikt von Theodosius NUR Christen in die Armee.
Der ideale Christ war nun nicht der einsame, bescheidene und brüderliche Mönch, sondern der gierige, brutale und mörderische Krieger mit einem blutbesudelten Schwert, der alle Ungläubigen zu ihrem Schöpfer zu schicken hatte, und es auch tat.
Zur Erinnerung sind hier noch ein paar Fakten aus der bisherigen Tätigkeit von Christen:
Im Jahre 782: 4.500 Menschen werden wegen der Christianisierung der Sachsen an einem Tag hingerichtet.
5.000Tote Stedinger Bauern, die von ihrem Bremer Erzbischof umgebracht wurden, weil sie den
Kirchenzehnten nicht zahlen konnten.
Im Jahre 1099: 70.000 ermordete Sarazenen einem Tag, bei der Einnahme Jerusalems.
Über 100.000 Menschen wurden von einem Großinquisitor auf den Scheiterhaufen verbrannt und 97.000 Menschen wurden von dem selben auf die Galeeren geschickt.
Mehr als vier Millionen Indianer (Männer, Frauen und Kinder) wurden im 16.Jahrhundert aus Anlaß der Bekehrung abgeschlachtet.
Im Jahre 1572 wurden in einer einzigen Nacht 20.000 Hugenotten umgebracht.
Mehr als 200.000 Menschen wurden im 17.Jahrhundert als Hexen verbrannt.
Im Jahre 1846: Duzende Todesurteile und 2000 politische Gefangene als Hinterlassenschaft von Papst Gregor XVI.
70 Tote aus Anlaß der Verteidigung des Kirchenstaates durch päpstliche Soldaten im Jahre 1870.
In den ersten sechs Wochen des Jahres 1941: 180.000 Tote durch ein katholisch-faschistisches Kroatien.