.::DIE EVANGELIEN::.

 

 

 

Die Rolle der Evangelisten

 

Jesus hat nie etwas aufgeschrieben. auch seine Hörer haben nichts aufgeschrieben. Die Sprüche und Taten von Jesus kursierten nur mündlich. Nach dem Verschwinden von Jesus, aber gab es nur kleine Geschichten, Sprüche, Gleichnisse und Spruchgruppen von Jesus.

 

Man ließ sich sehr lange Zeit mit dem Aufschreiben der Dinge, die man über Jesus wußte. Denn man wartete auf die Rückkehr von Jesus. Und die sollte bald erfolgen, bevor die Generation Jesu vergangen war. Doch er ließ sich Zeit. Die Leute, die ihm folgten wurden älter und starben. Als man erkannte, daß man einerseits viel von Jesus vergessen hatte, andrerseits viel dazu gedichtet wurde, mußte man die Geschichten über ihn sammeln und aufschreiben. Doch dies geschah erst ungefähr 70 Jahre n.Chr., und zog sich bis 115 Jahre n.Chr. hin.

 

Der erste Evangelist, ist nach Aussage der Kirche, ein Johannes Markus. Doch er hat Jesus nicht selbst gehört, sondern war nur ein Begleiter von Petrus. Petrus hat Markus die Lehre von Jesus erzählt, die ihm noch im Gedächtnis haften geblieben sind. Diese Lehre wurde Markus aber nicht chronologisch wiedergegeben

Markus hat die kursierenden Teile aufgeschrieben.

Petrus wußte auch nicht mehr, was Jesus z.B. mit jenem Gleichnis wollte, oder mit diesem Spruch sagen wollte. Er wußte auch nicht was Jesus genau gesagt hatte. Er diktierte Markus nur aus der Erinnerung. Markus hat diese kleinen Teile ergänzt. Doch dies hat niemanden zu stören, denn Paulus sagt schon, daß es nur darauf ankäme Christus zu verkündigen egal mit welcher Absicht.

(Phil. 1: 15ff)

 

Fakt ist, das keine Schrift des Neuen Testamentes, ja der kompletten Bibel im Original erhalten ist.

Die Evangelien entstanden erst, nachdem sich die ersten Christen in verschiedene Splittergruppen unterteilt hatten.

Sie waren somit ein Mittel um die spezielle Lehre der Splittergruppe zu verbreiten.

Es wurden Materialien über Jesus gefälscht, bis sie mit der Lehre der jeweiligen Schule zusammenpaßten. Denn die Evangelien hatten in dem ersten Jahrhundert keine kanonische Autorität. Erst im Jahr 170 wurden sie zu einer Autorität. Bis dahin konnten sie also munter gefälscht werden.

Die ersten umfassenden Manuskripte der Evangelien - Kodex Sinaticus, Kodex Vaticanus und Kodex Alexandrius - stammen aus dem 4. und 5. Jahrhundert, und niemand kann sagen wie oft und wie weit sie gefälscht worden sind, da es die Urevangelien nicht mehr gibt. In den Manuskripten aus dem 4. und 5. Jahrhundert findet man an vielen Stellen beträchtliche Unterschiede.

 

Die vier in der Bibel erhaltenen Evangelien sind auch nicht die einzigen Evangelien, die es gab.

Es gab noch andere, z.B. das “Barnabasevangelium” oder ein “Hebräisches Evangelium”, das in aramäischer Sprache verfaßt wurde, und Jesus nur als großen Prophet sah und nicht als Gott. Übrigens wurde es von der Gemeinde Jesu, benutzt.

 

Man hat in Istanbul ein Manuskript gefunden, wodurch man herausfand, das es im frühen Christentum 80 verschiedene Evangelienversionen gab. Kein einziges Wort von Jesus wurde durch die Evangelisten direkt aufgezeichnet. Es wurden nach seinem Tod mündlich Geschichten, Gleichnisse und Sprüche weitererzählt.

Man wußte vieles nicht mehr:

Wie hatte er es gesagt? Wann hatte er es gesagt? Was hatte er damit gemeint?

Deswegen hatten nun die Evangelisten die Aufgabe, die kursierenden Dinge zu ordnen und niederzuschreiben. Viel wurde hinzu geschrieben, ergänzt, umgeschrieben, bis es einigermaßen paßte.

Kein Evangelist hat Jesus je persönlich gesehen. Man kennt die Personen nicht, die die Evangelien geschrieben haben. Auch sollte man nicht auf den Gedanken kommen, daß der, der das Matthäusevangelium geschrieben hat, auch wirkliche eine Person mit Namen Matthäus war, und Jesus auch gekannt hat. Denn er hätte niemals theologische Schriften erstellen können. Selbst wenn er schreiben könnte. Dies gilt auch für Markus, Lukas und Johannes.

Es haben sich im Laufe der Zeit in den Evangelien nicht nur Abschreibefehler eingeschlichen, auch Widersprüche und Unwahrheiten. Man geht davon aus, daß die Hälfte der Evangelien gefälscht oder unecht sind.

Ein Beispiel, welches ich hier zum zweiten Mal bringe:

“Drei sind es die da zeugen: Der Geist, das Wasser und das Blut.” wurde umgeändert in “Drei sind, die da zeugen im Himmel, der Vater und das Wort und der Heilige Geist, und diese drei sind eins.” (1 Joh 5:7)

Der Einschub fehlt in so gut wie in allen griechischen Handschriften und so gut wie in allen alten Übersetzungen. Kein Kirchenvater benutzt diese Stelle vor dem 4. Jahrhundert. Kein Tertullian, kein Cyprian, kein Hieronymus und auch kein Augustin benutzt sie je. In Nordafrika oder Spanien taucht diese Fälschung um 380 zum ersten Mal auf. R. Simon bezweifelt sie zum ersten Mal erst 1689. Heute verwerfen sie die Experten so gut wie einmütig. Doch am 13.Januar 1897 erklärte ein Dekret des römischen Offiziums ihre Echtheit. (Man verweist jetzt nur darauf hin, das der gefälschte Text nicht echt sei.)

Doch das so viel des Neuen Testamentes gefälscht ist, macht ja nichts, denn dies Schreiber wurden alle durch den Heiligen Geist inspiriert und somit ist alles was dort steht ohne Fehl und Tadel. Mit anderen Worten heißt das, alles was man nicht mit dem Verstand erklären kann, kommt durch den Heiligen Geist.

Das Auge sieht die Widersprüche, die Wissenschaft nennt die Fakten, aber beide irren sich, nur der Heilige Geist irrt sich nicht, da der ja Gott ist. Wenn Sie glauben, daß die Kirche dies nicht behauptet, dann lesen Sie jetzt aufmerksam:

1870 wurde auf dem Ersten Vatikanischem Konzil als Glaubensdoktrin verkündet, das zumindest einige Dogmen nicht von natürlichen Grundsätzen aus zu verstanden und bewiesen werden können und daß, sollte sich ein Widerspruch zwischen Dogmen (=Glaubenslehre) und Wissenschaft ergeben, der Irrtum auf Seiten der Wissenschaft steht.

 

 

 

 

Widersprüche und Fälschungen im NT:

 

Es wird behauptet, daß Jesus von David abstammen soll. Wobei der Vater Gott und die Mutter Maria ist. Die Kirche behauptet, daß Maria eine Davidinistin ist. Und hier haben wir den ersten Widerspruch. Denn nach jüdischer Rechtsanschauung entschied für die Abstammung bloß die männliche Linie. Das heißt: Es werden nicht die mütterlichen Verwandten aufgezählt.

Bleiben wir bei den Stammbäumen:

Die beiden Stammbäume, die eindeutig über Josef gehen, haben auch Widersprüche:

Denn der Vater von Josef heißt bei Matthäus Jakob.

Bei Lukas heißt der Vater von Jesus aber Eli.

 

Bei dem Stammbaum von Lukas sind es von Abraham bis Jesus 56 Generationen.

Bei Matthäus sind es aber 42 Generationen.

 

Gehen wir jetzt weiter:

Bei Maria und Josef war wahrscheinlich das Kurzzeitgedächtnis sehr gut und das Langzeitgedächtnis sehr schlecht:

Beide waren von der Göttlichkeit ihres Kindes unterrichtet.

(Die anwesenden Engel und drei Weisen in der Geburtsnacht.)

Maria besingt sogar den “Gott” und “Heiland” in ihrem  Schoß enthusiastisch. (Lk 1:46ff)

 

Also, obwohl Maria und Josef über Jesus Bescheid wissen sollten, verstehen sie später nicht den geistgetriebenen Simon, der das Jesuskind im Tempel preist. (Lk 2:28)

Auch Jesus verstehen sie nicht, als er sagt: “Wußtet ihr nicht, das ich im  Hause meines Vaters sein muß.” (Lk 2:49ff).

Es geht sogar soweit das die Mutter und die Geschwister sagen:

“Er ist von Sinnen.” (Mk 3:21)

 

Aber nicht nur Maria und Josef haben Gedächtnisschwund, sondern auch Johannes der Täufer.

Bei der Taufe Jesus durch Johannes öffnet sich der Himmel, der Heilige Geist fliegt herab und eine Stimme verkündet Jesus als geliebten Sohn.

Als Johannes aber im Gefängnis sitzt, scheint er alles vergessen zu haben. Deswegen schickt er seine Jünger zu Jesus und läßt sie Jesus fragen: “Bist du es der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten ?” (Mt 3:15ff und Mt 11:2ff)

 

Bei Markus steht: “Josef von Arimathäa wartet auf das Reich Gottes.” (Mk 15:43)

Matthäus schreibt: “Josef von Arimathäa ist ein Jünger Jesu geworden.” (Mt 25:57)

 

Bei Markus steht: “Aus Reich Gottes” (Mk 9:1)

Bei Matthäus steht dann: “Reich Jesu, oder des Menschensohns” (Mt 16:28)

 

Bei Markus steht: “Jünger sind nach der Seewanderung von Jesus vor Erstaunen ganz außer sich.” (Mk 6:51f)

Bei Matthäus steht plötzlich: “Sie sinken nieder und bekennen: “Du bist wahrhaftig Gottes Sohn.”.” (Mt 14:33)

 

 

 

Matthäus steigert und übertreibt nicht nur ständig, sondern hat es auch mit den Augen. Ich gebe ihnen einige Beispiele:

 

Markus schreibt:

“Sie kamen dann nach Jericho und als er dann mit seinen Jüngern und einer großen Volksmenge aus Jericho herauszog, saß der Sohn des Timäus, Bartimäus, EIN! blinder Bettler.” (Mk 10:46ff)

Matthäus schreibt: “Als sie dann aus Jericho herauszogen, folgte ihm eine große Volksmenge nach. Da saßen dort ZWEI! Blinde am Weg.” (Mt 20:29ff)

 

Bei Markus steht:

“Und als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald entgegen aus den Gräbern EIN! besessener Mensch.” (Mk 5:1ff)

Bei Matthäus steht dann:

“Als er hierauf an das jenseitige Ufer in das Gebiet der Gadarener gekommen war, traten ihm ZWEI! von bösen Geistern besessene Männer entgegen.” (Mt 8:28ff)

 

Steht bei Markus noch bescheiden: “Er heilte viele.” (Mk 1:34; Mk3:10)

Steht bei Matthäus dann: “Er heilte alle.” (Mt 8:16; Mt 12:15)

 

Bei Markus steht: “Jesus speist 4000 Menschen.” (Mk 8:9)

Daraus macht Matthäus: “Jesus speist 4000 Männer ungerechnet der Frauen und Kinder.”

(Mt 15:38) D.h. Die Menge dürfte doppelt so groß gewesen sein.

 

Das selbe geschah mit der Speisung der 5000.

(Vergleichen Sie Mk 6:44 mit Mt 14:21)

 

Markus schreibt noch bescheiden:

“Da zerriß der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke.” (Mk 15:38)

Daraus macht Matthäus eine Hollywood-reife Szene:

“Die Erde erbebte und die Felsen zersprangen, die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, kamen nach seiner Auferstehung aus ihren Gräbern hervor, gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen..”

(Mt 27:51ff)

 

Verfluchung des Feigenbaums:

 

Markus schreibt, daß Jesus Betanien verließ und unterwegs einen Feigenbaum verflucht. Am nächsten Tag ist der Feigenbaum verdorrt. (Mk 11:12ff und Mk 11:20ff)

Matthäus schreibt dieses Stelle um: Jesus verläßt nicht die Stadt, sondern kehrte in die Stadt zurück.

Auch verdorrt der Feigenbaum nicht am nächsten Tag, sondern sofort. (Mt 21:18ff)

 

Textveränderungen von Matthäus bei abgeschrieben Texten von Markus:

 

Markus schreibt, daß Jesus mit den Aposteln an einen einsamen Ort geht, auf das sich die Apostel ausruhen können. Doch eine große Volksmenge sammelte sich und kam sogar vor ihnen an diesem Ort an. Jesus hat diese Menschen lange belehrte. (Mk 6:31f)

Matthäus übernimmt die Markusstelle größtenteils. Er erwähnt zwar nicht, daß Jesus die Menschen belehrt, fügt jedoch dafür ein, daß Jesus die Kranken heilt. (Mt 14:14)

Doch Markus scheint über diese Krankenheilung nichts zu wissen, da er sie sonst eingefügt hätte.

 

Bei Markus belehrt Jesus die Leute, als er in das Gebiet jenseits des Jordans kommt. (Mk 10:1)

Bei Matthäus kommt zwar Jesus auch in das Gebiet jenseits des Jordans. Dort lehrt er die Leute aber nicht, sondern er heilt sie. (Mt 19:2)

Wieder muß Markus etwas entgangen sein, was Matthäus wie durch ein Wunder mitbekommen hat.

 

Lukas verändert genauso wie Matthäus:

 

Bei Markus heilt Jesus viele vor seiner Haustür und verbietet den ausgetriebenen Dämonen zu reden. Deshalb sagen die Dämonen auch nichts. (Mk 1:32ff)

Bei Lukas heilt Jesus alle Menschen vor seiner Haustür. Doch die Dämonen schreien hier, daß Jesus der Sohn Gottes sei. Nach dem Geschrei verbietet Jesus ihnen erst den Mund. (Lk 4:40)

 

Markus schreibt nur, daß Jesus viele heilte. (Mk 3:10)

Lukas schreibt jedoch, daß alle Menschen von Jesus geheilt wurden. (Lk 6:19)